Steinerne Burg am Ufer eines Lochs im warmen Abendlicht
Reiseplanung

Schottland-Rundreise in 14 Tagen: Route mit Highlights

Eine Route für zwei Wochen mit dem Mietwagen: Edinburgh, Perthshire, Loch Ness, Isle of Skye, Glenfinnan, Glencoe, Mull und Loch Lomond, mit Fahrstrecken und Varianten.

Von der Redaktion Schottland in Bildern · Stand 26. Oktober 2026

Zwei Wochen sind die ideale Dauer für eine erste Schottland-Rundreise. Die hier vorgestellte Route startet in Edinburgh, führt durch die zentralen Highlands nach Inverness, weiter auf die Isle of Skye, über Glenfinnan und Glencoe nach Oban und endet in Glasgow. Sie verbindet die bekanntesten Landschaften mit genug Puffer für Wanderungen, schlechtes Wetter und spontane Umwege. Gefahren wird mit dem Mietwagen, ergänzt um zwei kurze Fährüberfahrten.

Die angegebenen Entfernungen und Fahrzeiten sind gerundete Richtwerte ohne Pausen. Auf einspurigen Straßen im Westen brauchen Sie oft länger, als das Navi anzeigt.

Die Route auf einen Blick

Tag Etappe Strecke (ca.) Übernachtung
1 Ankunft, Edinburgh Old Town - Edinburgh
2 Edinburgh New Town, Calton Hill, Arthur’s Seat - Edinburgh
3 Edinburgh, Stirling, Pitlochry 140 km Pitlochry
4 Pitlochry, Cairngorms, Inverness 150 km Inverness
5 Loch Ness, Urquhart Castle, Culloden 80 km Inverness
6 Inverness, Eilean Donan, Isle of Skye 180 km Portree
7 Skye: Trotternish mit Old Man of Storr und Quiraing 80 km Portree
8 Skye: Westen mit Neist Point und Fairy Pools 120 km Portree
9 Armadale, Fähre nach Mallaig, Glenfinnan, Fort William 130 km Fort William
10 Glencoe: Wanderung und Aussichtspunkte 60 km Fort William oder Glencoe
11 Fort William nach Oban 80 km Oban
12 Fähre nach Mull, Tobermory oder Iona 100 km Oban
13 Oban, Inveraray, Loch Lomond, Glasgow 160 km Glasgow
14 Glasgow, Rückflug - -

Tag 1 und 2: Edinburgh

Die Hauptstadt ist der beste Startpunkt, weil hier die meisten Flüge aus Deutschland landen. Holen Sie den Mietwagen erst am dritten Tag ab, in der Stadt brauchen Sie ihn nicht, und Parken ist teuer. Am ersten Tag steht die Old Town mit Burg, Royal Mile und Grassmarket auf dem Programm, am zweiten die georgianische New Town, Calton Hill und ein früher Aufstieg auf Arthur’s Seat. Eine ausgearbeitete Route zu Fuß finden Sie im Ratgeber Edinburgh an 2 Tagen, alle Viertel und Fotospots auf der Seite Edinburgh.

Tag 3: Stirling und Pitlochry

Auf dem Weg nach Norden lohnt ein Halt in Stirling. Die Burg thront auf einem Vulkanfelsen und war über Jahrhunderte eine der wichtigsten Königsresidenzen. Gegenüber steht das Wallace Monument. Danach geht es durch Perthshire nach Pitlochry, einem viktorianischen Kurort mit Fischtreppe am Staudamm und kurzen Waldwanderungen, etwa zur Schlucht von Killiecrankie. Alternativ übernachten Sie in Dunkeld mit seiner teilweise verfallenen Kathedrale am Tay.

Tag 4: durch die Cairngorms nach Inverness

Die Fernstraße A9 führt durch den Cairngorms-Nationalpark. Ein Abstecher nach Aviemore und hinauf zum Parkplatz an der Cairn-Gorm-Skistation zeigt die Hochgebirgslandschaft, Kiefernwälder wie am Loch an Eilein laden zu einer kurzen Runde ein. Am Nachmittag erreichen Sie Inverness, die Hauptstadt der Highlands.

Tag 5: Loch Ness und Culloden

Am Nordufer von Loch Ness liegt die Ruine von Urquhart Castle, die bekannteste Burg am See. Ruhiger ist das Südufer mit den Orten Dores und Foyers, wo ein Wasserfall in eine Schlucht stürzt. Auf dem Rückweg lohnt das Schlachtfeld von Culloden, wo 1746 der letzte Jakobitenaufstand endete. Hintergründe zur Region stehen auf der Seite Highlands.

Tag 6: über Eilean Donan auf die Isle of Skye

Diese Etappe gehört zu den schönsten Fahrten der Reise. Durch Glen Moriston und Glen Shiel geht es an die Westküste zu Eilean Donan Castle, der wohl meistfotografierten Burg Schottlands. Über die mautfreie Skye Bridge erreichen Sie die Insel und fahren weiter nach Portree. Der Hafen mit den bunten Häusern ist ein guter Standort für die nächsten drei Nächte.

Tag 7 und 8: Isle of Skye

Drei Nächte auf Skye klingen viel, sind aber sinnvoll: Das Wetter wechselt schnell, und die bekanntesten Wanderungen lassen sich so auf den besseren Tag legen.

  • Tag 7, Trotternish: früh am Morgen zum Old Man of Storr, danach Kilt Rock und Mealt Falls, mittags oder am Nachmittag die Runde am Quiraing. Details zu beiden Touren stehen auf der Seite Isle of Skye.
  • Tag 8, Westen: die Leuchtturm-Landzunge Neist Point, die Fairy Pools am Fuß der Cuillin und die Ortschaft Carbost. Wer nicht wandern möchte, besucht stattdessen Dunvegan Castle.

Die Parkplätze an den bekannten Spots sind im Sommer ab dem späten Vormittag voll. Ein früher Start lohnt sich doppelt, weil das Morgenlicht an Storr und Quiraing am schönsten ist.

Tag 9: Fähre nach Mallaig und Glenfinnan

Von Armadale im Süden von Skye setzen Sie mit der Fähre nach Mallaig über. Reservieren Sie die Überfahrt mit Auto im Sommer früh. Die Road to the Isles führt an weißen Sandstränden bei Arisaig und Morar vorbei nach Glenfinnan. Vom Hang hinter dem Besucherzentrum blicken Sie auf das Viadukt und das Denkmal am Loch Shiel. Am Abend erreichen Sie Fort William.

Alternative: Wer die Fähre nicht bekommt, verlässt Skye über die Brücke und fährt über Invergarry nach Fort William. Die Strecke ist etwas länger, aber ebenfalls landschaftlich schön.

Tag 10: Glencoe

Glencoe ist das bekannteste Tal Schottlands. Fahren Sie die A82 bis zum Aussichtspunkt an den Three Sisters und weiter Richtung Rannoch Moor mit Blick auf den Buachaille Etive Mòr. Für eine Wanderung bieten sich das Lost Valley oder die kurze Runde am Glencoe Lochan an. Bei schlechtem Wetter informiert das Besucherzentrum über das Massaker von 1692. Mehr zu Glencoe, Ben Nevis und Fort William finden Sie unter Glencoe und Fort William.

Tag 11 und 12: Oban und die Insel Mull

Die Fahrt nach Oban am Loch Linnhe entlang ist kurz, der Nachmittag bleibt für den Hafen und den Aussichtspunkt McCaig’s Tower. Am nächsten Tag bringt Sie die Fähre nach Mull. Entweder fahren Sie in den bunten Hafenort Tobermory im Norden, oder Sie nehmen die lange Straße durch den Süden der Insel nach Fionnphort und setzen als Fußgänger nach Iona über. Bootstouren zur Insel Staffa mit Fingal’s Cave starten saisonal von Mull und Oban.

Tag 13: Inveraray und Loch Lomond

Die letzte Etappe führt über Inveraray am Loch Fyne mit seiner Burg und der georgianischen Hauptstraße. Danach geht es über den Pass Rest and Be Thankful an das Westufer von Loch Lomond. Ein Spaziergang in Luss oder ein kurzer Aufstieg mit Blick über den See rundet die Reise ab, bevor Sie Glasgow erreichen.

Tag 14: Glasgow und Rückflug

Je nach Flugzeit bleibt ein halber Tag für Glasgow: die Kathedrale mit der Necropolis, das West End mit der Universität und die Kelvingrove Art Gallery. Wer ab Edinburgh zurückfliegt, ist mit Auto oder Zug in gut einer Stunde dort.

Varianten der Route

Die Route lässt sich gut anpassen, je nachdem, wo Ihre Schwerpunkte liegen. Einen Überblick über alle Landesteile bietet die Seite Regionen.

Variante Änderung Geeignet für
Mehr Ruhe Tag 3 streichen, dafür eine vierte Nacht auf Skye Wanderer, Fotografen
Mit Nordküste Mull streichen, von Inverness über Ullapool nach Skye Wer die wilde Westküste sucht
Mit Orkney eine Woche mehr einplanen, ab Inverness nach Norden Archäologie und Seevögel
Ohne Mietwagen Bahn und Busse, Skye und Glencoe als geführte Tagestour Reisende ohne Führerschein

Die komplette Nordküste ist in zwei Wochen zusammen mit Skye und Glencoe nur im Eiltempo zu schaffen. Wer sie fahren will, findet die Etappen im Ratgeber zur North Coast 500.

Praktische Tipps für die Rundreise

  • Unterkünfte früh buchen: vor allem auf Skye, in Fort William und Oban, im Sommer möglichst mehrere Monate im Voraus.
  • Fähren reservieren: Armadale nach Mallaig und Oban nach Mull sind im Sommer mit Auto häufig ausgebucht.
  • Linksverkehr üben: Die ersten Kilometer nach Edinburgh sind die anspruchsvollsten. Ein Automatikwagen entlastet.
  • Tanken: Auf Skye und im Westen liegen Tankstellen weit auseinander. Tanken Sie, bevor die Anzeige unter ein Viertel fällt.
  • Puffer einplanen: Mindestens ein Tag sollte frei bleiben, um ausgefallene Wanderungen oder Fähren nachzuholen.
  • Einweg-Gebühr prüfen: Wer den Mietwagen in Glasgow abgibt, zahlt bei manchen Anbietern einen Aufpreis gegenüber der Rückgabe in Edinburgh.

Mit dieser Route sehen Sie in zwei Wochen einen großen Teil dessen, wofür Schottland bekannt ist, ohne jeden Tag nur im Auto zu sitzen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Reichen 14 Tage für Schottland?

Für die klassische Runde mit Edinburgh, Highlands, Isle of Skye und Glencoe reichen 14 Tage gut, solange Sie nicht zusätzlich die Nordküste oder die Äußeren Hebriden einbauen. Wer die North Coast 500 mitnehmen möchte, sollte drei Wochen einplanen oder Teile dieser Route streichen.

Ist die Route auch ohne Auto machbar?

In Teilen. Edinburgh, Inverness, Fort William, Mallaig, Oban und Glasgow sind mit der Bahn verbunden, Skye erreichen Sie per Bus oder über die Fähre ab Mallaig. Für Trotternish, Glencoe und Mull brauchen Sie dann Busse oder geführte Tagestouren, was mehr Zeit kostet und weniger flexibel ist.

In welche Richtung fährt man die Runde am besten?

Beide Richtungen funktionieren. Die hier beschriebene Richtung im Uhrzeigersinn beginnt in der Stadt und steigert sich zu den wilden Landschaften im Westen. Wer zuerst nach Westen will, fährt umgekehrt ab Glasgow. Wichtig ist vor allem, die Fähren und die Unterkünfte auf Skye früh zu buchen.

Kopfbild: Lindo-Bildbibliothek. Weitere Angaben unter Über dieses Portal.