
Schottlands Regionen im Überblick
Acht Reiseregionen von den sanften Borders bis zu den Klippen von Orkney: was jede Region ausmacht, wie viel Zeit sie braucht und was sich gut kombinieren lässt.
Schottland ist kleiner, als viele denken, und zugleich größer, als es sich anfühlt. Von der englischen Grenze bis zur Nordküste sind es Luftlinie nur gut 400 Kilometer, doch zwischen Lowlands, Highlands und Inseln liegen Welten. Wer die Regionen kennt, plant entspannter und verbringt weniger Zeit im Auto. Diese Übersicht stellt die acht Regionen vor, die wir auf eigenen Seiten ausführlich behandeln, und zeigt, wie sie sich zu einer Reise verbinden lassen.
Lowlands, Highlands und Inseln: die grobe Gliederung
Die wichtigste Linie auf der Landkarte ist eine geologische: Die Highland Boundary Fault zieht sich schräg durch das Land, von der Insel Arran im Südwesten bis an die Nordseeküste bei Stonehaven. Südlich davon liegen die Lowlands, die keineswegs flach sind, aber sanftere Hügel, mehr Landwirtschaft und die beiden großen Städte Edinburgh und Glasgow haben. Hier lebt der größte Teil der Bevölkerung.
Nördlich der Bruchlinie beginnen die Highlands: Berge, tief eingeschnittene Täler, lange Seen, die hier Lochs heißen, und eine Besiedlung, die nach Norden und Westen immer dünner wird. Die Westküste ist von Meeresarmen zerfurcht, vor ihr liegen die Inneren und Äußeren Hebriden. Im Norden folgen jenseits des Pentland Firth die Orkney-Inseln und noch weiter draußen Shetland.
Für die Reiseplanung heißt das: Im Süden kommen Sie schnell voran und finden überall Unterkünfte. Im Nordwesten und auf den Inseln sind die Wege langsamer, die Orte kleiner und die Landschaften dafür umso eindrucksvoller.
Die acht Regionen im Vergleich
| Region | Charakter | Sinnvolle Dauer | Gut kombinierbar mit |
|---|---|---|---|
| Edinburgh | Hauptstadt, Burg, Altstadt, Festivals | 2 bis 3 Tage | Borders, Highlands |
| Highlands und Cairngorms | Inverness, Loch Ness, Nationalpark | 3 bis 4 Tage | Skye, Nordküste |
| Isle of Skye | Felsnadeln, Klippen, Cuillin-Berge | 3 Tage | Glencoe, Highlands |
| Glencoe und Fort William | Tal, Ben Nevis, Bahnstrecke nach Mallaig | 2 bis 3 Tage | Skye, Mull |
| Mull, Iona und Staffa | Inseln, Abtei, Basaltsäulen, Seevögel | 2 bis 3 Tage | Glencoe |
| Nordküste | North Coast 500, einsame Strände | 5 bis 7 Tage | Highlands, Orkney |
| Orkney-Inseln | Steinzeit, Klippen, nordische Geschichte | 2 bis 3 Tage | Nordküste |
| Scottish Borders | Abteien, Flusstäler, Küste bei St Abbs | 1 bis 2 Tage | Edinburgh |
Die Angaben sind Richtwerte für Reisende, die nicht nur durchfahren, sondern auch wandern, fotografieren oder eine Bootstour machen wollen.
Die Regionen in Kürze
Edinburgh ist für die meisten der Auftakt. Die Altstadt mit der Burg auf dem Vulkanfelsen und die georgianische New Town gehören zum Welterbe, und von Calton Hill oder Arthur’s Seat liegt die Stadt wie ein Modell unter Ihnen. Zwei volle Tage reichen für die Klassiker.
Die Highlands rund um Inverness verbinden Geschichte und Natur: das Schlachtfeld von Culloden, Loch Ness mit der Ruine von Urquhart Castle und der Cairngorms-Nationalpark mit Kiefernwäldern, Rentieren und Bergen, die im Winter oft Schnee tragen.
Die Isle of Skye ist die bekannteste Insel Schottlands und entsprechend gefragt. Old Man of Storr, Quiraing, Neist Point und die Cuillin liefern die Bilder, die viele mit Schottland verbinden. Wer früh aufsteht, hat die Spots oft noch fast für sich.
Glencoe und Fort William bilden das Herz der westlichen Highlands. Das Tal von Glencoe ist eine der eindrucksvollsten Straßenpassagen des Landes, Fort William liegt am Fuß des Ben Nevis, und die Bahnstrecke nach Mallaig führt über das Glenfinnan-Viadukt.
Mull, Iona und Staffa erreichen Sie mit der Fähre ab Oban. Mull bietet Seeadler und bunte Häuser in Tobermory, Iona die Abtei aus der Frühzeit des Christentums in Schottland und Staffa die Basaltsäulen der Fingal’s Cave.
Die Nordküste ist das Revier der North Coast 500: weiße Sandstrände, Steilküsten, die Höhle Smoo Cave bei Durness und markante Berge wie Stac Pollaidh im Westen. Hier lohnt es sich, langsam zu reisen.
Die Orkney-Inseln liegen nur eine kurze Fährfahrt vor der Nordküste und sind ein Freilichtmuseum der Jungsteinzeit: Skara Brae, Maeshowe und der Ring of Brodgar gehören zum Welterbe.
Die Scottish Borders zwischen Edinburgh und der englischen Grenze werden oft durchfahren und dabei unterschätzt. Die Abteiruinen von Melrose, Jedburgh und Dryburgh und die Klippen von St Abb’s Head sind ein ruhiger Gegenpol zu den Highlands.
So kombinieren Sie die Regionen
Die meisten Routen beginnen in Edinburgh oder Glasgow, weil dort die internationalen Flughäfen liegen. Bewährt haben sich drei Grundmuster:
- Die klassische Runde von Edinburgh über die Cairngorms nach Inverness, weiter auf die Isle of Skye und über Glencoe zurück in den Süden. Sie deckt in zehn bis vierzehn Tagen die bekanntesten Landschaften ab.
- Der Westen mit Inseln von Glasgow über Oban nach Mull, weiter nach Glencoe und Fort William und über Mallaig per Fähre nach Skye. Diese Route kommt mit wenigen Fahrstunden aus und hat viele Wasserblicke.
- Der hohe Norden von Inverness auf die North Coast 500, mit einem Abstecher nach Orkney. Dafür sollten Sie mindestens eine Woche nur für den Norden einplanen.
Wer aus Süden mit Auto oder Fähre anreist, etwa über Newcastle, kann die Borders und Northumberland als ersten Abschnitt nutzen und erreicht Edinburgh danach in einer guten Stunde.
Regionen, die hier noch fehlen
Unsere Auswahl orientiert sich an den Routen, die Reisende am häufigsten fahren. Lohnend sind aber auch Glasgow mit seiner viktorianischen Architektur, der Nationalpark Loch Lomond and the Trossachs, die Küste von Fife mit St Andrews, Royal Deeside und Aberdeenshire mit zahlreichen Burgen, die Insel Arran, Dumfries and Galloway im Südwesten sowie die Äußeren Hebriden und Shetland. Einige davon greifen wir im Ratgeber auf, etwa bei den Burgen und den Whisky-Regionen.
Woran Sie bei der Auswahl denken sollten
Entscheidend ist weniger, wie viele Orte Sie sehen, sondern wie viel Puffer Sie für Wetter und Licht haben. Ein Regentag auf Skye ist ärgerlich, wenn Sie am nächsten Morgen schon weiterfahren müssen, und halb so schlimm, wenn ein zweiter Versuch möglich ist. Planen Sie deshalb lieber eine Region weniger und dafür pro Ort eine Nacht mehr. Wie Sie Reisezeit, Anreise und Budget angehen, erklärt die Seite Schottland-Reise planen.
Die Regionen
- Orkney-InselnSteinzeitdörfer, Steinkreise und Klippen nördlich des Festlands.
- NordküsteWick, Tongue, Durness und Ullapool an der North Coast 500.
- HighlandsInverness, Loch Ness und der Cairngorms-Nationalpark.
- Isle of SkyePortree, Old Man of Storr, Quiraing und die Cuillin-Berge.
- Glencoe & Fort WilliamDramatisches Tal, Ben Nevis und die Strecke nach Mallaig.
- Mull, Iona, StaffaInseln der Inneren Hebriden ab Oban, Basaltsäulen und Abtei.
- EdinburghBurg, Royal Mile, Old Town und New Town.
- Scottish BordersAbteiruinen, sanfte Hügel und die Klippen von St Abbs.
Alle Regionen im Detail
EdinburghBurg auf dem Vulkanfelsen, mittelalterliche Gassen und georgianische Straßenzüge: wie Sie die Hauptstadt in zwei bis drei Tagen erleben und wo die besten Aussichtspunkte liegen.
HighlandsVon Inverness an den Ufern des Loch Ness entlang und hinauf in den größten Nationalpark Großbritanniens: Geschichte, Seen, Kiefernwälder und Berge im Herzen des Nordens.
Isle of SkyeFelsnadeln, Abbruchkanten und die schroffen Cuillin: was Sie auf der bekanntesten Insel Schottlands sehen sollten, wie Sie hinkommen und wie Sie dem größten Andrang ausweichen.
NordküsteWeiße Strände, Klippen und einsame Berge entlang der North Coast 500: wie Sie den hohen Norden von Wick bis Ullapool bereisen und warum hier langsames Reisen belohnt wird.- Orkney-InselnEin Freilichtmuseum der Jungsteinzeit vor der Nordküste: Steinkreise, ein 5.000 Jahre altes Dorf, eine Kathedrale aus der Wikingerzeit und Klippen voller Seevögel.
Glencoe und Fort WilliamEines der eindrucksvollsten Täler Schottlands, der höchste Berg Großbritanniens und eine Bahnstrecke über das berühmteste Viadukt des Landes: die westlichen Highlands rund um Fort William.- Mull, Iona und StaffaBunte Häuser in Tobermory, Seeadler über den Lochs, eine Abtei aus der Frühzeit des Christentums und die Basaltsäulen der Fingal's Cave: drei Inseln ab Oban.
- Scottish BordersAbteiruinen aus dem Mittelalter, das Land von Walter Scott und eine Küste mit Seevogelklippen: der ruhige Süden Schottlands zwischen Edinburgh und der englischen Grenze.
Burgen in SchottlandKönigsburgen, Clan-Sitze und Ruinen auf Klippen: eine Auswahl der eindrucksvollsten Burgen Schottlands, sortiert nach Region, mit Hinweisen, was Sie jeweils erwartet.
Whisky-DestillerienVon Speyside bis Islay: welche Whisky-Region zu welcher Route passt, wie eine Führung abläuft, was Sie buchen sollten und wie Sie Besuche mit dem Mietwagen vernünftig planen.
Inveraray und Loch FyneEin weißes Städtchen am Meeresarm, eine Burg mit Kegeltürmen und ringsum Gärten, Fischerhäfen und prähistorische Stätten: was Inveraray und Loch Fyne zu bieten haben.
Fragen und Antworten
Wie viele Regionen schafft man in einer Schottlandreise?
Als Faustregel gilt eine Region pro drei bis vier Tage. In einer Woche sind Edinburgh und eine Highland-Region realistisch, in zwei Wochen drei bis vier Regionen. Wer mehr einplant, sitzt vor allem im Auto, denn im Westen und Norden kommen Sie auf einspurigen Straßen oft nur langsam voran.
Was ist der Unterschied zwischen Highlands und Lowlands?
Die Grenze bildet grob die Highland Boundary Fault, eine geologische Bruchlinie, die schräg von der Insel Arran im Südwesten bis Stonehaven im Nordosten verläuft. Nördlich davon liegen die gebirgigen, dünn besiedelten Highlands, südlich die flacheren Lowlands mit Edinburgh, Glasgow und den Borders.
Welche Region eignet sich am besten zum Fotografieren?
Für Landschaftsfotos gelten die Isle of Skye, Glencoe und die Nordwestküste um Assynt als besonders ergiebig, weil dort Berge, Wasser und Küste auf engem Raum zusammenkommen. Für Architektur und Stadtansichten ist Edinburgh unschlagbar, für Seevögel die Klippen von St Abbs, Orkney und die Inseln vor Mull.
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