Tierwelt Schottlands: Papageitaucher, Robben, Hirsche und Seeadler
Wann die Papageitaucher an Land kommen, wo Robben am Ufer liegen und wie Sie Seeadler und Rothirsche erleben, ohne sie zu stören: ein Überblick über Schottlands bekannteste Wildtiere.
Für viele ist die Begegnung mit Tieren der eigentliche Höhepunkt einer Schottlandreise: ein Papageitaucher, der mit dem Schnabel voller Fische auf seine Höhle zuläuft, ein Seeadler, der über einem Loch kreist, oder ein röhrender Hirsch im Morgennebel. Die Chancen dafür sind gut, wenn Sie wissen, wann und wo Sie suchen müssen. Diese Seite gibt einen Überblick über die bekanntesten Arten und erklärt, wie Sie sie beobachten, ohne sie zu stören.
Überblick: wann welche Tiere
| Tier | Beste Zeit | Gute Chancen zum Beispiel |
|---|---|---|
| Papageitaucher | Mai bis Juli | Staffa, Lunga, Isle of May, Handa, Orkney |
| Seevögel allgemein | Mai bis Juli | St Abb’s Head, Duncansby Head, Marwick Head |
| Seehunde und Kegelrobben | ganzjährig | Westküste, Orkney, Eyemouth, Dunvegan |
| Rothirsche | ganzjährig, Brunft Herbst | Glen Etive, Torridon, Cairngorms |
| Seeadler | ganzjährig | Mull, Skye, Westküste |
| Fischotter | ganzjährig | Mull, Skye, Westküste |
| Große Tümmler | Frühjahr bis Herbst | Moray Firth bei Chanonry Point |
| Rote Eichhörnchen | ganzjährig | Kiefernwälder in den Highlands |
Die Angaben sind Richtwerte. Tiere halten sich nicht an Kalender, und das Wetter entscheidet oft darüber, ob Bootstouren fahren.
Papageitaucher
Der Papageitaucher mit seinem bunten Schnabel ist das inoffizielle Wappentier vieler Schottlandreisen. Die Vögel verbringen den größten Teil des Jahres auf offener See und kommen nur zur Brutzeit an Land, ungefähr von Mai bis Ende Juli. Sie nisten in Erdhöhlen auf grasbewachsenen Inseln und Klippen.
Am einfachsten sind sie auf Inseln zu erleben, zu denen Bootstouren fahren: Staffa und Lunga vor Mull, die Isle of May im Firth of Forth und Handa Island vor der Nordwestküste. Auf diesen Inseln lassen sich die Vögel oft aus wenigen Metern Entfernung beobachten, solange Sie ruhig bleiben und die Wege nicht verlassen. Treten Sie nicht auf die Grasflächen mit den Bruthöhlen. Mehr zu Staffa auf der Seite Mull, Iona und Staffa.
Robben
An Schottlands Küsten leben zwei Arten: der Seehund und die größere Kegelrobbe. Beide sieht man häufig auf Felsen und Sandbänken liegen, oft schon vom Ufer aus. Seehunde bekommen ihre Jungen im Frühsommer, Kegelrobben im Herbst und frühen Winter.
Robben reagieren empfindlich auf Störungen. Wenn die Tiere den Kopf heben, unruhig werden oder ins Wasser flüchten, sind Sie zu nah. Halten Sie besonders zu Jungtieren großen Abstand und lassen Sie scheinbar verlassene Jungtiere in Ruhe, die Mutter ist meist in der Nähe.
Rothirsche
Der Rothirsch ist das größte wild lebende Landsäugetier Großbritanniens und in den Highlands weit verbreitet. Im Sommer halten sich die Tiere oft in höheren Lagen auf, im Winter kommen sie auf der Suche nach Nahrung tiefer, manchmal bis an die Straßen. Fahren Sie in der Dämmerung deshalb vorsichtig.
Den Höhepunkt erleben Sie in der Brunft im Herbst, wenn die Hirsche röhren und um die Weibchen kämpfen. Glen Etive, die Berge um Torridon und die Cairngorms sind gute Gebiete. Füttern Sie Hirsche nie, auch wenn sie an Parkplätzen zutraulich wirken.
Seeadler und Steinadler
Der Seeadler ist der größte Greifvogel Großbritanniens. Er war in Schottland ausgerottet und wurde ab den 1970er Jahren wieder angesiedelt. Heute brütet er vor allem an der Westküste und auf den Inseln. Auf Mull und Skye bestehen gute Chancen, die Vögel zu sehen, örtliche Bootstouren und geführte Ausflüge erhöhen sie.
Der etwas kleinere Steinadler lebt eher in den Bergen und ist scheuer. Viele große Greifvögel, die Reisende am Straßenrand sehen, sind übrigens Mäusebussarde.
Fischotter, Delfine und Wale
Fischotter leben an vielen Küsten der Westküste und der Inseln, auch am Meer. Sie sind am ehesten in den frühen Morgenstunden oder bei Ebbe zu sehen. Gute Gebiete sind Mull und Skye. Bewegen Sie sich langsam und gegen den Wind.
Im Moray Firth bei Inverness lebt eine Gruppe Großer Tümmler. Von Chanonry Point auf der Black Isle lassen sich die Delfine mit etwas Glück vom Ufer aus beobachten, besonders bei auflaufendem Wasser. An der Westküste werden im Sommer auch Zwergwale und gelegentlich andere Walarten gesichtet.
Kleine Tiere des Waldes und der Berge
In den Kiefernwäldern der Highlands, etwa im Cairngorms-Nationalpark, leben Rote Eichhörnchen. In den Hochlagen kommen Schneehasen und Alpenschneehühner vor, die im Winter weiß werden. Das Auerhuhn ist sehr selten geworden und reagiert empfindlich auf Störungen; bleiben Sie in seinen Gebieten auf den Wegen und nehmen Sie Hunde an die Leine.
Highland-Rinder
Die zotteligen, rotbraunen Highland-Rinder gehören zu den beliebtesten Fotomotiven. Sie sind allerdings Nutztiere und keine Wildtiere. Halten Sie Abstand, steigen Sie nicht über Zäune und gehen Sie nicht zwischen Kühe und Kälber.
Regeln für respektvolle Beobachtung
Schottland hat mit dem Scottish Outdoor Access Code und einem eigenen Kodex für die Beobachtung von Meerestieren klare Leitlinien. Die wichtigsten Punkte:
- Halten Sie Abstand. Wenn ein Tier sein Verhalten ändert, sind Sie zu nah.
- Füttern Sie keine Wildtiere.
- Meiden Sie Brutplätze und Nester, besonders im Frühjahr und Frühsommer.
- Nehmen Sie Hunde an die Leine, wenn Tiere in der Nähe sind.
- Verwenden Sie für Fotos ein Teleobjektiv statt näher heranzugehen.
Wie Sie Tiere mit der Kamera einfangen, ohne sie zu stören, erklärt die Seite Fotografieren in Schottland.
Mehr zu Tierwelt
PapageitaucherBunter Schnabel, watschelnder Gang und ein Maul voller Fische: wann Papageitaucher in Schottland brüten, wo Sie ihnen am nächsten kommen und wie Sie die Kolonien nicht stören.
TierbeobachtungWo Sie Rothirsche röhren hören, Seeadler über dem Loch kreisen sehen und Ottern an der Küste begegnen: praktische Tipps zu Orten, Tageszeiten, Ausrüstung und einer Tierwoche in Schottland.
Fragen und Antworten
Wo sieht man in Schottland am sichersten Papageitaucher?
Gute Chancen bieten Bootstouren zu den Inseln Staffa und Lunga vor Mull, zur Isle of May im Firth of Forth und nach Handa Island vor der Nordwestküste. Auch auf Orkney und Shetland gibt es Kolonien. Die Tiere sind nur zur Brutzeit an Land, ungefähr von Mai bis Ende Juli. Fahrten finden nur bei passendem Seegang statt.
Sind Highland-Rinder Wildtiere?
Nein. Die zotteligen Highland-Rinder sind Nutztiere, die auf Weiden und offenen Flächen gehalten werden. Sie wirken ruhig, sind aber groß und haben Hörner. Halten Sie Abstand, besonders zu Kühen mit Kälbern, und gehen Sie mit Hunden nicht durch eine Herde.
Wann ist die beste Zeit, um Rothirsche zu sehen?
Rothirsche sind das ganze Jahr in den Highlands unterwegs, im Winter oft auch in tieferen Lagen nahe der Straßen. Besonders eindrucksvoll ist die Brunft von etwa Mitte September bis Ende Oktober, wenn die Hirsche röhren und um die Weibchen kämpfen. Beobachten Sie dann aus großer Entfernung und bleiben Sie im Auto oder auf Wegen.
Weiterlesen
- Mull, Iona und StaffaBunte Häuser in Tobermory, Seeadler über den Lochs, eine Abtei aus der Frühzeit des Christentums und die Basaltsäulen der Fingal's Cave: drei Inseln ab Oban.
- FotografierenSchottisches Licht ist launisch und gerade deshalb großartig: wann Sie die besten Bedingungen finden, wie Sie Kamera und sich selbst vor dem Wetter schützen und welche Motive sich lohnen.
- ReiseplanungVon der besten Reisezeit über Einreise, Linksverkehr und Fähren bis zu Midges und Budget: was Sie vor der Schottlandreise klären sollten und wo die typischen Stolpersteine liegen.