Steilküste mit Grasoberkante über bewegtem Meer bei aufreißenden Wolken
Nordküste

North Coast 500: Etappen, Tipps und Unterkünfte

Gut 800 Kilometer rund um den Norden: wie Sie die North Coast 500 in sinnvolle Tagesetappen teilen, welche Richtung passt und wo Sie unterwegs übernachten.

Von der Redaktion Schottland in Bildern · Stand 26. Oktober 2026

Die North Coast 500 ist eine rund 830 Kilometer lange Rundroute durch den äußersten Norden Schottlands, mit Start und Ziel in Inverness. Für die ganze Runde sollten Sie sieben bis zehn Tage einplanen und die Unterkünfte für den Sommer früh buchen. Der Westen mit Applecross, Torridon, Assynt und Durness ist landschaftlich der stärkste Teil, die Ostküste ist ruhiger und schneller gefahren.

Diese Seite teilt die Route in Tagesetappen, hilft bei der Wahl der Richtung und zeigt, wie Sie unterwegs übernachten. Einen Überblick über die Orte und Landschaften der Region finden Sie auf der Seite Nordküste.

Die Route im Überblick

Die Strecke wurde 2015 als touristische Marke eingeführt und folgt größtenteils bestehenden Landstraßen. Sie führt von Inverness an die Westküste nach Applecross, über Torridon und Gairloch nach Ullapool, durch Assynt nach Durness, entlang der Nordküste nach Thurso und John o’ Groats und schließlich über Wick und Dornoch zurück nach Inverness. Beschildert ist sie nur teilweise, eine Karte oder ein Navi brauchen Sie trotzdem.

Die Kilometerzahl täuscht. Zwischen Applecross und Tongue sind viele Abschnitte einspurig mit Ausweichbuchten, dazu kommen Steigungen, Schafe auf der Fahrbahn und Fotostopps. Ein Schnitt von 40 bis 50 km/h ist im Westen realistisch.

Welche Richtung ist besser?

Richtung Ablauf Vorteil Nachteil
Gegen den Uhrzeigersinn Inverness, Applecross, Westküste, Nordküste, Ostküste Höhepunkte am Anfang, Bealach na Bà bergauf Ostküste am Ende wirkt flacher
Im Uhrzeigersinn Inverness, Ostküste, Nordküste, Westküste Landschaft steigert sich, Finale in Applecross anspruchsvolle Straßen erst gegen Ende

Beide Varianten funktionieren. Wer wenig Erfahrung mit Linksverkehr hat, gewöhnt sich im Uhrzeigersinn auf den breiteren Straßen der Ostküste an das Fahren, bevor es eng wird. Grundlagen dazu stehen im Ratgeber Linksverkehr und Mietwagen.

Etappen für acht Tage

Die folgende Einteilung fährt gegen den Uhrzeigersinn und lässt Zeit für kurze Wanderungen. Die Entfernungen sind gerundete Richtwerte ohne Abstecher.

Tag Etappe Strecke (ca.) Höhepunkte
1 Inverness bis Applecross 140 km Bealach na Bà, Blick auf Skye
2 Applecross bis Gairloch 110 km Küstenstraße nach Shieldaig, Torridon, Loch Maree
3 Gairloch bis Ullapool 90 km Strände bei Gairloch, Corrieshalloch Gorge
4 Ullapool bis Kylesku 120 km Stac Pollaidh, Achmelvich, Straße über Drumbeg
5 Kylesku bis Durness 75 km Scourie, Sandwood-Bucht als Wanderung, Balnakeil
6 Durness bis Thurso 130 km Smoo Cave, Kyle of Tongue, Strände bei Bettyhill
7 Thurso bis Wick 75 km Dunnet Head, Duncansby Stacks
8 Wick bis Inverness 170 km Dornoch, Küste von Easter Ross

Mit zehn Tagen bauen Sie je einen Ruhetag in Ullapool und Durness ein oder legen in Thurso eine Pause für einen Abstecher nach Orkney ein. Wie die Fähren dorthin funktionieren, steht im Ratgeber Orkney: Anreise und Sehenswürdigkeiten.

Westküste: Applecross bis Ullapool

Der Bealach na Bà ist der berühmteste Abschnitt. Die Passstraße windet sich in Serpentinen auf über 600 Meter und gehört zu den steilsten Straßen Großbritanniens. Oben haben Sie an klaren Tagen einen weiten Blick bis Skye und zu den Äußeren Hebriden. Wohnwagen, große Wohnmobile und ungeübte Fahrer nehmen besser die nördliche Küstenstraße, die über Shieldaig nach Applecross führt.

Rund um Torridon ragen Berge aus rotem Sandstein mit hellen Quarzitkappen auf, etwa der Liathach direkt an der Straße. Am Loch Maree begleitet die Route einen der schönsten Seen des Nordens. Kurz vor Ullapool lohnt die Corrieshalloch Gorge, eine enge Schlucht, die Sie über eine Hängebrücke queren. Ausflüge rund um den Hafenort stellt der Ratgeber Ullapool und Wester Ross vor.

Assynt und der äußerste Nordwesten

Nördlich von Ullapool wird die Landschaft karger und eindrucksvoller. Einzelne Berge wie Stac Pollaidh, Suilven und Quinag stehen frei über einem Gewirr aus Seen und Fels. Die schmale Küstenstraße über Drumbeg ist kurvig und hügelig, aber eine der schönsten Nebenstrecken der ganzen Route. Bei Kylesku überspannt eine geschwungene Brücke den Meeresarm.

Von Durness aus erreichen Sie die Smoo Cave, die Balnakeil Bay und in der Saison das Cape Wrath. Mehr dazu im Ratgeber Durness und Smoo Cave.

Nordküste und Ostküste

Zwischen Durness und Thurso wechseln sich Meeresarme, Moore und helle Buchten ab. Ab Thurso werden die Straßen breiter. Dunnet Head ist der nördlichste Punkt des britischen Festlands, die Duncansby Stacks bei John o’ Groats sind der fotogenste Halt an der Ostküste. Südlich von Wick führt die Route durch Fischerorte und an Burgen vorbei, bevor sie über Dornoch mit seiner Kathedrale nach Inverness zurückkehrt. Wer danach noch Zeit hat, schließt Loch Ness oder die Cairngorms an, beschrieben auf der Seite Highlands.

Unterkünfte entlang der Route

Die Zahl der Betten ist im Norden begrenzt, und viele Häuser sind klein. Im Juli und August sind beliebte Orte oft Monate im Voraus ausgebucht.

Unterkunftsart Typisch für Hinweise
Bed and Breakfast fast alle Orte meist wenige Zimmer, Frühstück inklusive, frühe Buchung nötig
Hotel und Inn Ullapool, Gairloch, Thurso, Wick, Dornoch oft mit Restaurant, in kleinen Orten das einzige Abendessen
Ferienhaus Westküste, Assynt im Sommer häufig nur wochenweise buchbar
Hostel einige Orte an der Route günstig, teils mit Doppelzimmern
Campingplatz Westküste, Durness, Nordküste Stellplätze für Zelt und Wohnmobil, in der Saison reservieren

Gute Standorte für zwei Nächte sind Applecross oder Torridon, Ullapool und Durness. Dort lohnen sich Tagesausflüge, und Sie sparen sich das tägliche Packen. Zwischen Durness und Tongue sowie in Assynt liegen die Unterkünfte weiter auseinander, planen Sie die Etappen dort nach der Unterkunft und nicht umgekehrt.

Viele Restaurants in kleinen Orten haben nur wenige Tische und schließen früh. Reservieren Sie das Abendessen am besten gleich mit, wenn Sie die Unterkunft buchen, oder fragen Sie bei der Ankunft.

Mit dem Wohnmobil auf der North Coast 500

Die Route ist bei Wohnmobilreisenden sehr beliebt, was in den Sommermonaten zu Engpässen führt. Übernachten Sie auf Campingplätzen oder ausgewiesenen Stellplätzen, nicht in Parkbuchten oder Ausweichstellen. Das Wildcampen nach dem Scottish Outdoor Access Code gilt für Zelte zu Fuß, nicht für Fahrzeuge. Entsorgung von Abwasser und Toilettenkassetten ist nur an dafür vorgesehenen Stationen erlaubt. Routen, Fahrzeuggrößen und Stellplatzsuche behandelt der Ratgeber Schottland mit dem Wohnmobil.

Praktische Tipps

  • Ausweichbuchten richtig nutzen: Wer die Bucht auf seiner Seite hat, hält dort. Liegt sie gegenüber, warten Sie davor. Lassen Sie auch nachfolgende Fahrzeuge überholen.
  • Nicht in Ausweichbuchten parken: Für Fotos immer einen Parkplatz oder eine echte Haltebucht suchen.
  • Tanken bei jeder Gelegenheit: Im Westen und Norden liegen Tankstellen weit auseinander und haben teils kurze Öffnungszeiten. Elektroautos sollten Ladepunkte vorab planen.
  • Einkaufen in größeren Orten: Ullapool, Thurso und Wick haben Supermärkte, die Läden dazwischen sind klein.
  • Mobilfunk: In Tälern und an der Westküste gibt es Funklöcher. Laden Sie Karten offline herunter.
  • Midges: Von etwa Ende Mai bis September an windstillen Abenden Mückenschutz und Kopfnetz bereithalten.
  • Wetterreserve: Wanderungen wie Stac Pollaidh oder die Sandwood-Bucht auf den besseren Tag legen.

Wann lohnt sich die Route am meisten?

Mai, Juni und September sind die ausgewogensten Monate: lange Tage, gute Chancen auf trockene Phasen und weniger Verkehr als im Hochsommer. Im Juli und August ist die Route am vollsten. Von November bis März sind manche Unterkünfte, Cafés und Campingplätze geschlossen, und der Bealach na Bà kann bei Schnee und Eis gesperrt sein. Dafür sind die Straßen leer, und die Chance auf Nordlichter über der Nordküste ist dann am größten.

Wer die North Coast 500 entspannt erleben will, fährt lieber weniger Kilometer pro Tag und bleibt an den schönsten Orten länger. Die Landschaft im Norden belohnt jede zusätzliche Stunde.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wie viele Tage braucht man für die North Coast 500?

Reine Fahrzeit sind grob zwei bis drei Tage, das ist aber kein sinnvoller Maßstab. Mit Wanderungen, Stränden und Fotostopps sind sieben bis zehn Tage realistisch. Wer nur fünf Tage hat, sollte sich auf die Westküste zwischen Applecross und Durness konzentrieren und die Ostküste zügig fahren.

In welche Richtung fährt man die North Coast 500?

Beide Richtungen sind möglich. Gegen den Uhrzeigersinn, also zuerst an die Westküste, haben Sie die spektakulärsten Abschnitte am Anfang, solange Sie noch ausgeruht sind. Im Uhrzeigersinn steigert sich die Landschaft von der flachen Ostküste bis zum Finale im Westen. Viele Reisende entscheiden nach der Verfügbarkeit von Unterkünften.

Ist der Bealach na Bà für jedes Auto geeignet?

Mit einem normalen Pkw ist der Pass bei gutem Wetter gut zu bewältigen, aber steil und kurvig. Für Wohnwagen, große Wohnmobile und ungeübte Fahrer wird er an der Zufahrt ausdrücklich nicht empfohlen. Diese Fahrzeuge nehmen besser die Küstenstraße über Shieldaig nach Applecross.

Braucht man auf der North Coast 500 Bargeld?

Karten werden fast überall akzeptiert, auch in kleinen Läden und Cafés. Etwas Bargeld ist trotzdem sinnvoll, etwa für Kassen des Vertrauens an Parkplätzen, kleine Spendenboxen an Toiletten oder falls ein Kartenleser in einem abgelegenen Ort nicht funktioniert.

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