
Stac Pollaidh besteigen: Route und Fotospots
Klein, steil und mit einer der besten Aussichten im Nordwesten: wie Sie Stac Pollaidh sicher umrunden, bis zum Grat steigen und den Berg im richtigen Licht fotografieren.
Stac Pollaidh ist der Berg, den Sie im Nordwesten Schottlands besteigen sollten, wenn Sie nur Zeit für einen haben. Mit 612 Metern ist er niedrig, der Weg vom Parkplatz ist kurz, und doch stehen Sie nach etwa einer Stunde auf einem Sattel mit Blick über eine Landschaft aus Seen, Moor und einzeln aufragenden Bergen. Dieser Artikel beschreibt die Route, die Schwierigkeit am Grat und die besten Fotostandorte. Den Überblick über die Region finden Sie auf der Seite Schottlands Norden.
Lage und Anfahrt
Stac Pollaidh (gesprochen etwa „Stack Polly“) liegt in Coigach, dem Landstrich zwischen Ullapool und Assynt. Von Ullapool fahren Sie auf der A835 nach Norden und biegen bei Drumrunie links auf die einspurige Straße Richtung Achiltibuie ab. Nach einigen Kilometern taucht der Berg rechts über dem Loch Lurgainn auf, am Fuß liegt der Parkplatz. Ab Ullapool sollten Sie für die Anfahrt etwa eine halbe Stunde bis eine Dreiviertelstunde rechnen.
Die Straße ist schmal und kurvig. Halten Sie sich an die Regeln für Ausweichbuchten und lassen Sie schnellere Fahrzeuge vorbei. Wer Ullapool und Wester Ross als Standort nutzt, kann den Berg gut als Halbtagestour einplanen und danach weiter nach Achiltibuie mit Blick auf die Summer Isles fahren.
Der Berg in Kürze
Stac Pollaidh besteht aus Torridon-Sandstein, einem rötlichen, sehr alten Gestein, das hier über noch älterem Gneis liegt. Wind, Frost und Regen haben den Gipfelgrat in Türme, Nadeln und Rinnen zerlegt. Von weitem wirkt der Berg deshalb wie ein Kamm oder eine zerfallene Festung. Die Gegend gehört zum North West Highlands Geopark, in dem sich diese Gesteinsschichten besonders gut beobachten lassen.
Im Umkreis stehen weitere Einzelberge wie Cul Beag, Cul Mor und der markante Suilven. Vom Grat sehen Sie bei klarem Wetter über die Seenplatte bis zur Küste und den Summer Isles vor Achiltibuie.
Die Route Schritt für Schritt
| Abschnitt | Beschreibung | Richtzeit |
|---|---|---|
| Parkplatz bis Abzweig | Steinweg leicht ansteigend durch Heide | 10 bis 15 Minuten |
| Ostflanke | Weg zieht um die Ostseite des Berges nach Norden | 20 bis 30 Minuten |
| Nordseite zum Sattel | steiler Anstieg auf Stufen und Geröll zum Grat | 20 bis 30 Minuten |
| Abstecher am Grat | Kletterei zwischen den Felstürmen, je nach Erfahrung | 15 bis 45 Minuten |
| Abstieg über die Westseite | Weg führt um den Berg zurück zum Parkplatz | 30 bis 45 Minuten |
Die Zeiten sind Richtwerte für geübte Wanderer ohne lange Fotopausen.
Vom Parkplatz zum Rundweg
Vom Parkplatz führt ein gut ausgebauter Weg aus Steinen und Stufen bergauf in Richtung der Felswände. Nach kurzer Zeit gabelt er sich: Ein Ast führt um die Ostseite, der andere um die Westseite. Beide treffen sich auf der Nordseite wieder. Die meisten Wanderer gehen gegen den Uhrzeigersinn über die Ostseite hinauf, weil der Anstieg dort gleichmäßiger ist.
Aufstieg zum Sattel
Auf der Nordseite zweigt ein steiler Weg zum Sattel in der Mitte des Grats ab. Er ist teilweise mit Steinstufen befestigt, im oberen Teil laufen Sie über Geröll und Sandstein. Am Sattel öffnet sich der Blick nach Norden über Assynt mit Suilven und Cul Mor. Für viele ist dies der Umkehrpunkt, und das ist eine gute Entscheidung, wenn Wind oder Nebel aufziehen.
Der Gipfelgrat
Vom Sattel aus können Sie nach Osten über Felsstufen zu einer ersten Erhebung steigen. Hier brauchen Sie die Hände, und an einigen Stellen fällt der Fels steil ab. Der höchste Punkt liegt im Westen und ist nur über eine ausgesetzte Kletterstelle erreichbar. Ohne Klettererfahrung und bei Nässe sollten Sie darauf verzichten. Die Aussicht vom Sattel und vom östlichen Teil des Grats ist kaum schlechter.
Abstieg
Zurück auf dem Rundweg gehen Sie über die Westseite um den Berg herum. Hier liegt Loch Lurgainn fast die ganze Zeit vor Ihnen, und der Weg führt in einem Bogen hinab zum Parkplatz.
Sicherheit und Rücksicht
- Wetter prüfen: Auf dem Grat ist der Wind deutlich stärker als am Parkplatz. Nutzen Sie eine Bergwettervorhersage, nicht nur die Vorhersage für Ullapool.
- Nasser Sandstein ist rutschig. Feste Schuhe mit gutem Profil sind Pflicht, Turnschuhe reichen nicht.
- Auf dem Weg bleiben: Der Berg litt lange unter Erosion durch Trampelpfade. Der befestigte Weg schützt den Hang, Abkürzungen zerstören ihn.
- Kein Steinschlag: Treten Sie am Grat keine Steine los, unter Ihnen können andere unterwegs sein.
- Midges: An windstillen Sommerabenden sind die kleinen Mücken am Parkplatz und am Seeufer lästig. Ein Kopfnetz hilft.
- Hunde an der Leine führen, wenn Schafe in der Nähe sind oder in der Brutzeit Bodenbrüter im Moor sitzen.
Grundsätzlich gilt in Schottland ein weitreichendes Zugangsrecht für Fußgänger, verbunden mit der Pflicht zu verantwortungsvollem Verhalten nach dem Scottish Outdoor Access Code.
Fotospots rund um Stac Pollaidh
Stac Pollaidh ist ein dankbares Motiv, weil er von fast jeder Seite anders aussieht. Die besten Standorte:
- Ufer des Loch Lurgainn: Von der Straße entlang des Sees sehen Sie den ganzen Grat im Profil. Bei Windstille spiegelt sich der Berg im Wasser. Abendlicht von Westen färbt den Sandstein rötlich.
- Rundweg auf der Westseite: Hier haben Sie die Felstürme über sich und den See unter sich, ein guter Platz für Weitwinkelbilder mit Vordergrund aus Fels und Heide.
- Sattel mit Blick nach Norden: Suilven, Cul Mor und die Seenplatte von Assynt liegen in mehreren Ebenen hintereinander. Ein leichtes Tele verdichtet diese Staffelung.
- Gratfelsen als Rahmen: Die Sandsteintürme eignen sich als Vordergrund, um die Größe der Landschaft zu zeigen. Achten Sie dabei stets auf Ihren Stand.
- Straße Richtung Achiltibuie: Westlich des Berges öffnet sich der Blick zur Küste und auf die Summer Isles, besonders schön bei tiefstehender Sonne.
Beste Zeit und Licht
| Zeitpunkt | Vorteil | Hinweis |
|---|---|---|
| Früher Morgen | ruhiger Parkplatz, oft Windstille, Spiegelungen | Stirnlampe für den Aufstieg |
| Abend | warmes Licht auf dem Sandstein von Westen | Abstieg im Hellen einplanen |
| Herbst | gefärbte Heide und Gras, klare Luft | kürzere Tage |
| Nach Schauern | Wolkenlücken, Licht auf den Bergen | nasser Fels am Grat |
Im Hochsommer geht die Sonne im Nordwesten sehr spät unter und sehr früh auf. Für Sonnenaufgangsfotos vom Sattel müssten Sie dann mitten in der Nacht starten. Im Frühjahr und Herbst liegen die Lichtzeiten deutlich angenehmer. Wie Sie mit Schauern, Nebel und Wind fotografisch umgehen, beschreibt die Seite Fotografieren in Schottland.
Ausrüstung für die Tour
Für die Fotografie auf Stac Pollaidh genügt eine leichte Ausrüstung. Ein Weitwinkelzoom für die Seenplatte und ein Standardzoom oder leichtes Tele für die Staffelung der Berge decken fast alles ab. Ein kleines Stativ ist auf dem Sattel nützlich, auf dem Grat dagegen hinderlich. Packen Sie die Kamera beim Klettern weg, damit Sie beide Hände frei haben.
Kombinieren mit anderen Zielen
Stac Pollaidh passt gut in einen Tag zwischen Ullapool und Lochinver. Am Vormittag den Berg, am Nachmittag die Küstenstraße nach Achiltibuie oder weiter auf der schmalen Straße nach Lochinver, ein langsamer, aber landschaftlich sehr eindrucksvoller Abschnitt. Wer die gesamte Rundroute fährt, findet den Berg als Abstecher von der North Coast 500, die zwischen Ullapool und Assynt direkt an der Abzweigung vorbeiführt.
Fragen und Antworten
Wie schwer ist die Wanderung auf Stac Pollaidh?
Der Rundweg um den Berg und der Aufstieg zum Sattel sind steil, aber gut ausgebaut und für geübte Wanderer ohne Kletterei machbar. Schwieriger wird es oben am Grat: Zwischen den Felstürmen müssen Sie die Hände zu Hilfe nehmen. Der höchste Punkt im Westen erfordert eine ausgesetzte Kletterstelle, die viele Wanderer bewusst auslassen.
Wie lange braucht man für Stac Pollaidh?
Für die Runde vom Parkplatz um den Berg mit Abstecher zum Sattel sollten Sie etwa zwei bis drei Stunden einplanen, mit Fotopausen eher mehr. Wer nur die Umrundung am Fuß der Felswände geht, ist etwas schneller. Planen Sie bei Wind und Nässe zusätzliche Zeit ein, weil der Sandstein dann rutschig wird.
Wo parkt man für Stac Pollaidh?
Am Fuß des Berges liegt an der einspurigen Straße nach Achiltibuie ein Parkplatz gegenüber dem Loch Lurgainn. In der Hauptsaison ist er an schönen Tagen früh voll. Parken Sie nie in den Ausweichbuchten der Straße, denn die werden für den Gegenverkehr gebraucht.
Ist Stac Pollaidh für Kinder geeignet?
Für trittsichere ältere Kinder ist der Rundweg bis zum Sattel gut machbar, solange Sie das Wetter im Blick behalten. Den Grat mit seinen Kletterstellen und steilen Abbrüchen sollten Familien meiden. Die Umrundung am Fuß des Berges ist die entspanntere Variante mit ähnlich guter Aussicht über die Seenlandschaft.
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