
Orkney-Inseln: Anreise per Fähre und Sehenswürdigkeiten
Vier Fährrouten, mehrere Flugverbindungen und ein Plan für drei Tage: wie Sie nach Orkney kommen, wie Sie sich auf den Inseln bewegen und was Sie wann besuchen.
Für die Anreise nach Orkney mit dem Auto gibt es zwei kurze Fährrouten von der Nordküste: Gills Bay nach St Margaret’s Hope in etwa einer Stunde und Scrabster nach Stromness in etwa anderthalb Stunden. Dazu kommen die lange Fähre ab Aberdeen nach Kirkwall, eine Personenfähre im Sommer ab John o’ Groats und Flüge nach Kirkwall. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Mainland reichen zwei bis drei Tage.
Diese Seite hilft bei der Wahl der Verbindung und schlägt eine Reihenfolge für die Besuche vor. Eine ausführliche Beschreibung der Inseln, ihrer Geschichte und der Steinzeitstätten finden Sie auf der Seite Orkney-Inseln.
Die Fähren nach Orkney im Vergleich
| Route | Betreiber | Fahrzeuge | Dauer (ca.) | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Gills Bay nach St Margaret’s Hope | Pentland Ferries | ja | 1 Std. | kürzeste Autoüberfahrt, Ankunft im Süden |
| Scrabster nach Stromness | NorthLink Ferries | ja | 1,5 Std. | Blick auf Old Man of Hoy, Ankunft nahe den Steinzeitstätten |
| Aberdeen nach Kirkwall | NorthLink Ferries | ja | 6 Std. und mehr | längere Fahrt, teils über Nacht, mit Kabinen |
| John o’ Groats nach Burwick | John o’ Groats Ferries | nein | unter 1 Std. | nur im Sommer, oft mit Bustour kombiniert |
Abfahrtszeiten, Preise und Saisonzeiten ändern sich jedes Jahr. Prüfen Sie sie direkt bei den Betreibern und buchen Sie Autoplätze für Juni bis August rechtzeitig.
Welche Fähre passt zu Ihrer Route?
- Sie fahren die North Coast 500: Gills Bay oder Scrabster liegen direkt an der Strecke. Eine Möglichkeit ist, ab Scrabster hin- und über Gills Bay zurückzufahren, um beide Häfen zu sehen. Wie Sie den Abstecher in die Etappen einbauen, steht im Ratgeber North Coast 500.
- Sie kommen aus Edinburgh oder Aberdeen und haben wenig Zeit: Die Fähre ab Aberdeen spart mehrere Stunden Fahrt durch die Highlands, ist aber teurer und länger an Bord.
- Sie reisen ohne Auto: Im Sommer bringt Sie die Personenfähre ab John o’ Groats nach Burwick, ganzjährig fahren Busse ab Inverness und Züge bis Thurso, von dort ist der Hafen in Scrabster nah.
Flüge nach Kirkwall
Der Flughafen Kirkwall wird von Edinburgh, Glasgow, Aberdeen und Inverness angeflogen. Fliegen spart viel Zeit, wenn Sie nur wenige Tage haben. Auf Orkney nehmen Sie dann einen Mietwagen, den Bus oder eine geführte Tour. Kleine Inselflugzeuge verbinden Kirkwall außerdem mit einigen der nördlichen Inseln.
CalMac oder nicht?
Viele Reisende kennen von der Westküste die Fähren von CalMac. Nach Orkney fährt CalMac nicht. Die Verbindungen dort betreiben NorthLink, Pentland Ferries, John o’ Groats Ferries und für die Inseln innerhalb des Archipels Orkney Ferries. Einen Überblick über die Fähren an der Westküste und wie Buchung und Reservierung dort laufen, gibt der Ratgeber Fähren zu den schottischen Inseln.
Unterwegs auf Orkney
Mainland ist die größte Insel. Kirkwall und Stromness liegen etwa eine halbe Autostunde auseinander, die Steinzeitstätten dazwischen. Im Süden verbinden die Churchill Barriers Mainland mit Burray und South Ronaldsay, sodass Sie diese Inseln mit dem Auto erreichen.
Zu den übrigen Inseln wie Hoy, Rousay oder Westray fahren Inselfähren ab verschiedenen Häfen auf Mainland, auf einigen Routen gibt es nur wenige Abfahrten am Tag. Für Fahrzeuge ist eine Reservierung im Sommer sinnvoll. Wer ohne Auto unterwegs ist, kommt mit Linienbussen zwischen Kirkwall, Stromness und vielen Orten auf Mainland gut voran, die Fahrten sind aber nicht sehr häufig. Prüfen Sie die Zeiten vorab.
Drei Tage auf Orkney: ein Vorschlag
Tag 1: das Herz der Jungsteinzeit
Der Westen von Mainland bündelt die bekanntesten Stätten. Planen Sie den Tag um Ihr Zeitfenster für Maeshowe, das Sie vorab buchen sollten.
- Skara Brae an der Bucht von Skaill am Vormittag. Mit Besucherzentrum, nachgebautem Haus und Rundgang durch das Dorf brauchen Sie etwa zwei Stunden.
- Maeshowe zur gebuchten Führung. Die Führung selbst dauert nicht lang, rechnen Sie mit An- und Rückfahrt zum Treffpunkt.
- Standing Stones of Stenness und Ring of Brodgar am späten Nachmittag oder Abend. Beide sind frei zugänglich und liegen auf der Landenge zwischen zwei Seen. Das Abendlicht am Ring of Brodgar ist besonders schön.
Tag 2: Kirkwall und der Süden
- Kirkwall am Vormittag mit der St Magnus Cathedral und den Ruinen von Bishop’s Palace und Earl’s Palace. Das Orkney Museum gegenüber der Kathedrale erzählt die Geschichte der Inseln von der Steinzeit bis heute.
- Über die Churchill Barriers nach Süden zur Italian Chapel auf Lamb Holm, die italienische Kriegsgefangene aus Wellblechbaracken bauten.
- Weiter nach South Ronaldsay, wo es weitere Grabanlagen aus der Steinzeit und Strände gibt. Rückfahrt nach Kirkwall oder Übernachtung im Süden, wenn Sie am nächsten Morgen ab St Margaret’s Hope abreisen.
Tag 3: Küste, Brochs und Hoy
Für den dritten Tag gibt es zwei gute Varianten:
- Nordwesten von Mainland: die Klippen von Yesnaby, der Broch of Gurness, ein Rundturm aus der Eisenzeit mit Resten eines Dorfes, und die Gezeiteninsel Brough of Birsay. Der Weg hinüber ist nur bei Ebbe begehbar, prüfen Sie die Gezeitenzeiten sorgfältig.
- Hoy: mit der Inselfähre auf die bergige Insel. Von Rackwick führt ein Wanderweg auf die Klippen gegenüber dem Old Man of Hoy. Für Hin- und Rückweg mit Fotopausen sollten Sie mehrere Stunden einplanen, abhängig vom Fährplan.
Tickets und Öffnungszeiten
Die meisten großen Stätten werden von Historic Environment Scotland betreut. Für Skara Brae und Maeshowe sind Eintrittskarten nötig, Maeshowe nur mit Führung und begrenzten Plätzen. Die Steinkreise sind frei zugänglich. Im Winter haben viele Stätten kürzere Öffnungszeiten oder schließen an einzelnen Tagen, kleinere Angebote wie Inselbusse oder Bootsfahrten pausieren teilweise ganz.
Ein Tipp für Vielbesucher: Wer in Schottland mehrere Stätten von Historic Environment Scotland besucht, kann prüfen, ob sich ein Mehrtagespass oder eine Mitgliedschaft lohnt.
Wann reisen?
Von Mai bis August sind die Tage auf Orkney sehr lang, im Juni wird es nachts kaum dunkel. Dann brüten auch die meisten Seevögel an den Klippen, darunter auf einigen Inseln Papageitaucher. Der Sommer ist zugleich die Zeit mit dem größten Andrang, auch durch Kreuzfahrtschiffe, die in Kirkwall anlegen. An solchen Tagen sind Skara Brae und der Ring of Brodgar tagsüber voll, morgens und abends wird es ruhiger.
Im Frühling und Herbst ist es leerer, der Wind aber oft kräftig. Im Winter sind die Tage sehr kurz, und Fähren können bei Sturm ausfallen. Dafür stehen die Chancen auf Nordlichter über den flachen Inseln gut, und zur Wintersonnenwende fällt das Abendlicht in die Grabkammer von Maeshowe.
Praktische Hinweise
- Wind und Wetter: Packen Sie winddichte Kleidung auch im Sommer ein. Orkney ist flach, und es gibt kaum Schutz.
- Fähre bei Sturm: Überfahrten können ausfallen oder verschoben werden. Planen Sie bei einer anschließenden Etappe einen Puffer ein.
- Unterkunft: Kirkwall und Stromness haben die meisten Unterkünfte. Im Sommer früh buchen.
- Gezeiten: Für Brough of Birsay und Küstenwege immer die Gezeitentabelle prüfen.
- Weiterreise: Wer von Orkney an die Nordküste zurückkehrt, kann direkt nach Westen Richtung Tongue und Durness weiterfahren. Mehr dazu im Ratgeber Durness und Smoo Cave und auf der Seite Nordküste.
Fragen und Antworten
Welche Fähre nach Orkney ist die beste?
Das hängt von Ihrer Route ab. Von der Nordküste aus ist die Fähre ab Gills Bay die kürzeste Autoüberfahrt, die ab Scrabster bei Thurso führt am Old Man of Hoy vorbei und kommt in Stromness nahe den Steinzeitstätten an. Wer aus dem Süden kommt und die Fahrt durch die Highlands sparen will, nimmt die längere Fähre ab Aberdeen.
Fährt CalMac nach Orkney?
Nein. Die Fähren nach Orkney betreiben andere Unternehmen: NorthLink Ferries ab Scrabster und Aberdeen, Pentland Ferries ab Gills Bay und im Sommer John o' Groats Ferries mit einer Personenfähre. Die Inselfähren innerhalb von Orkney betreibt Orkney Ferries. CalMac bedient die Inseln an der Westküste.
Braucht man auf Orkney ein Auto?
Mit Auto sind Sie am flexibelsten, weil die Stätten über Mainland verteilt liegen. Es geht aber auch ohne: Linienbusse verbinden Kirkwall und Stromness mit vielen Orten, dazu gibt es geführte Tagestouren und Mietwagen auf der Insel. Fahrräder sind auf den flachen Straßen eine Option, wenn der Wind mitspielt.
Muss man Maeshowe vorab buchen?
Ja, das ist dringend zu empfehlen. Das Kammergrab kann nur mit Führung besucht werden, und die Gruppen sind klein. In der Hauptsaison sind die Plätze oft Tage im Voraus vergeben. Buchen Sie direkt beim Betreiber Historic Environment Scotland.
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