
Edinburgh an 2 Tagen: Route durch Old Town und New Town
Zwei Tage, alles zu Fuß: eine Route durch die mittelalterliche Altstadt und die georgianische New Town mit Zeitplan, Aussichtspunkten und einem Plan für Regentage.
Für zwei Tage in Edinburgh teilen Sie die Stadt am besten in ihre zwei historischen Hälften: Tag 1 Old Town mit Burg, Royal Mile und Arthur’s Seat, Tag 2 New Town mit Princes Street Gardens, Stockbridge, Dean Village und Calton Hill. Beide Tage sind komplett zu Fuß machbar, mit jeweils etwa 8 bis 10 Kilometern. Buchen Sie das Ticket für Edinburgh Castle vorab für ein Zeitfenster am Morgen.
Die Route verbindet die Sehenswürdigkeiten so, dass Sie kaum Wege doppelt gehen und die Aussichtspunkte zum besten Licht erreichen. Hintergrund zu den Stadtteilen, Festivals und Anreise steht auf der Seite Edinburgh.
Die Route auf einen Blick
| Zeit | Tag 1: Old Town | Tag 2: New Town |
|---|---|---|
| Früher Morgen | Victoria Street und Grassmarket ohne Andrang | Calton Hill oder Frühstück in Stockbridge |
| Vormittag | Edinburgh Castle | Princes Street Gardens, Scottish National Gallery |
| Mittag | Royal Mile mit St Giles’ und Closes | Scott Monument, George Street |
| Nachmittag | Holyrood, Arthur’s Seat | Circus Lane, Stockbridge, Water of Leith |
| Abend | Greyfriars, Abendessen in der Old Town | Dean Village, Sonnenuntergang auf Calton Hill |
Die Reihenfolge lässt sich tauschen. Wer zum Sonnenaufgang auf Calton Hill will, beginnt Tag 2 dort und geht zum Sonnenuntergang auf Arthur’s Seat. Im Sommer liegen beide Zeitpunkte sehr früh beziehungsweise sehr spät.
Tag 1: Old Town
Früh: Victoria Street und Grassmarket
Beginnen Sie den Tag, bevor die Stadt erwacht. Die geschwungene Victoria Street mit ihren bunten Ladenfronten ist am frühen Morgen fast leer, ebenso der Grassmarket darunter. Von dort führen Treppen und Gassen hinauf zur Burg. Ein Blick auf die Burg von unten gelingt vom Grassmarket aus, wo der Castle Rock steil über den Dächern aufragt.
Vormittag: Edinburgh Castle
Kommen Sie zum ersten Zeitfenster. Zwei bis drei Stunden sind für die Burg realistisch: die schottischen Kronjuwelen, die kleine St Margaret’s Chapel, die Militärmuseen und vor allem die Aussicht von den Mauern über die New Town bis zum Firth of Forth. Wer lieber andere Burgen sehen möchte, findet im Ratgeber Die schönsten Burgen Schottlands Alternativen in und um Edinburgh, etwa das weniger besuchte Craigmillar Castle am Stadtrand.
Mittag: die Royal Mile hinunter
Von der Burg führt die Royal Mile gut anderthalb Kilometer bergab bis Holyrood. Nehmen Sie sich Zeit für die Seitengassen, die Closes und Wynds. Viele davon sind öffentlich zugänglich und öffnen sich zu kleinen Innenhöfen oder geben überraschende Blicke nach Norden frei. Unterwegs liegen:
- St Giles’ Cathedral mit der steinernen Krone auf dem Turm und der reich geschmückten Thistle Chapel.
- Parliament Square mit dem Mercat Cross, dem historischen Ort öffentlicher Bekanntmachungen.
- Zahlreiche kleine Museen, darunter zur Stadtgeschichte und Kindheit, deren Eintritt teils frei ist.
Für eine Mittagspause ist der untere Teil der Royal Mile ruhiger als der Abschnitt nahe der Burg.
Nachmittag: Holyrood und Arthur’s Seat
Am unteren Ende stehen sich der Palace of Holyroodhouse und das moderne Schottische Parlament gegenüber. Der Palast kann besichtigt werden, wenn keine offiziellen Termine stattfinden, prüfen Sie die Öffnungstage vorab. Dahinter beginnt der Holyrood Park.
Der Aufstieg auf Arthur’s Seat dauert etwa 45 Minuten bis eine Stunde. Weniger steil ist der Weg über die Flanke vom Parkeingang bei Holyrood aus, eindrucksvoller der Pfad am Fuß der Salisbury Crags entlang, einer Felswand mit Blick auf die Altstadt. Der Gipfel ist felsig und windig, nehmen Sie eine Jacke mit.
Abend: Greyfriars und die südliche Old Town
Auf dem Rückweg lohnt der Friedhof Greyfriars Kirkyard mit seinen alten Grabmälern und dem Denkmal für den Hund Greyfriars Bobby am Eingang. Ganz in der Nähe liegt das National Museum of Scotland. Die Dachterrasse des Museums bietet, wenn geöffnet, einen schönen Blick auf die Burg. Zum Abendessen bieten sich der Grassmarket oder die Straßen rund um die Universität an.
Tag 2: New Town
Morgen: Princes Street Gardens
Die Princes Street Gardens liegen im Tal zwischen Altstadt und New Town. Vom Weg durch den westlichen Teil haben Sie die Burg direkt über sich, am Morgen mit Licht von Osten. Am Ostende stehen die Scottish National Gallery mit ihrer Sammlung europäischer Malerei und das neugotische Scott Monument, auf das eine enge Wendeltreppe führt.
Mittag: George Street und Charlotte Square
Die New Town entstand ab dem späten 18. Jahrhundert als Planstadt mit geraden Straßen und einheitlichen Sandsteinfassaden. Gehen Sie über die George Street zum Charlotte Square, einem der elegantesten Plätze der Stadt. Ein Rundgang durch die nördlichen Straßenzüge mit den halbrunden Crescents zeigt, wie ruhig die New Town abseits der Einkaufsstraße ist.
Nachmittag: Stockbridge und Water of Leith
Nördlich der New Town liegt Stockbridge, ein Viertel mit kleinen Läden, Cafés und am Sonntag einem Markt. Die geschwungene Circus Lane gehört zu den bekanntesten Fotomotiven, ist aber eine Wohnstraße. Bleiben Sie leise und halten Sie Eingänge frei.
Vom Zentrum Stockbridge folgen Sie dem Water of Leith Walkway flussaufwärts. Der Fußweg führt unter Brücken hindurch, an der kleinen Tempelanlage St Bernard’s Well vorbei und erreicht nach gut 20 Minuten Dean Village, ein früheres Mühlendorf mit Häusern direkt am Fluss. Von der hohen Dean Bridge sehen Sie auf das Dorf hinab.
Abend: Calton Hill
Zum Abschluss gehen Sie über die Princes Street zurück nach Osten und steigen in wenigen Minuten auf Calton Hill. Zum Sonnenuntergang leuchtet das Licht aus Westen auf die Türme der Altstadt und die Burg. Das unvollendete National Monument und das runde Dugald Stewart Monument geben dem Bild einen Vordergrund.
Plan für Regentage
Edinburgh ist bei Regen gut zu erleben, weil viele Orte drinnen liegen und kostenlos sind:
- National Museum of Scotland: Naturgeschichte, Technik und schottische Geschichte, gut für einen halben Tag.
- Scottish National Gallery und die Scottish National Portrait Gallery in der New Town.
- St Giles’ Cathedral und die überdachten Gassen der Royal Mile.
- Ein Nachmittag in einem der Cafés in Stockbridge, bis der nächste Schauer durchgezogen ist.
Verlegen Sie Arthur’s Seat und Calton Hill dann auf das nächste trockene Zeitfenster, beide sind in kurzer Zeit erreichbar.
Praktische Tipps
- Schuhe: Kopfsteinpflaster, Treppen und steile Gassen prägen die Altstadt. Bequeme, rutschfeste Schuhe sind wichtiger als alles andere.
- Unterkunft: Wer zentral in Old Town oder New Town wohnt, braucht für diese Route kein Verkehrsmittel.
- August: Während der Festivals ist die Stadt sehr voll und Unterkünfte sind teuer. Planen Sie für Burg und Royal Mile mehr Zeit ein.
- Mietwagen: In der Stadt nicht nötig und eher hinderlich. Holen Sie ihn erst am Tag der Abreise ab.
Die Route anpassen
Nicht jeder möchte zwei Tage lang zehn Kilometer gehen. Diese Anpassungen funktionieren gut:
- Mit Kindern: Statt der Burg-Museen länger im National Museum bleiben, das viele Mitmach-Stationen hat. Arthur’s Seat auf dem kürzeren Weg von der Flanke aus angehen oder nur bis zu den Salisbury Crags gehen.
- Wenig Kondition: Für den Weg zwischen Holyrood und der New Town ein Taxi oder einen Bus nehmen. Calton Hill ist auch mit wenig Kraft in wenigen Minuten erreichbar.
- Fotografen: Den ersten Morgen auf Calton Hill und den zweiten in der leeren Victoria Street verbringen, die Sehenswürdigkeiten dann in den Tag dazwischen legen.
- Kurzer Aufenthalt: Wer nur einen Tag hat, konzentriert sich auf Burg, Royal Mile und am Abend Calton Hill.
Mit einem dritten Tag
Ein zusätzlicher Tag lohnt für das Hafenviertel Leith, den Royal Botanic Garden in Inverleith oder einen Ausflug. Mit der Borders Railway erreichen Sie in rund einer Stunde Tweedbank, von dort sind Melrose und seine Abteiruine nah. Mehr dazu auf der Seite Scottish Borders. Wer danach eine längere Reise anschließt, findet eine passende Route im Ratgeber Schottland-Rundreise in 14 Tagen.
Fragen und Antworten
Reichen zwei Tage für Edinburgh?
Für die bekanntesten Orte in Old Town und New Town reichen zwei Tage gut, wenn Sie die Route nach Stadtteilen planen und nicht jedes Museum von innen sehen wollen. Mit einem dritten Tag bleibt Zeit für Leith, den Botanischen Garten oder einen Ausflug in die Umgebung.
Muss man Tickets für Edinburgh Castle vorab buchen?
Empfehlenswert ist es, vor allem im Sommer und am Wochenende. Tickets werden für Zeitfenster vergeben, und vor Ort kann es lange Wartezeiten geben oder ein Zeitfenster ausverkauft sein. Ein Termin direkt zur Öffnung am Morgen ist meist der entspannteste.
Welche Museen in Edinburgh sind kostenlos?
Die großen nationalen Museen und Galerien, darunter das National Museum of Scotland und die Scottish National Gallery, verlangen für ihre Dauerausstellungen keinen Eintritt. Für Sonderausstellungen kann eine Gebühr anfallen. Das macht sie zu einem guten Ziel bei Regen.
Wie kommt man vom Flughafen in die Innenstadt?
Vom Flughafen fahren die Tram und ein Expressbus in die Innenstadt, die Fahrt dauert je nach Verkehr etwa eine halbe Stunde. Beide halten in der Nähe der Princes Street, von dort sind die meisten Hotels im Zentrum zu Fuß erreichbar.
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