
Beste Reisezeit für Schottland: Monat für Monat
Mai, Juni und September gelten als die besten Monate für Schottland. Was jeder Monat bei Wetter, Tageslicht, Midges und Andrang bringt und welche Reisezeit zu welchem Ziel passt.
Die beste Reisezeit für Schottland liegt für die meisten Reisenden im Mai, Juni und September. Dann sind die Tage lang, das Wetter ist im Mittel freundlicher als im Herbst, und die Highland Midges sowie die großen Besucherströme halten sich noch oder wieder in Grenzen. Welcher Monat am besten passt, hängt aber davon ab, was Sie vorhaben: Wanderer, Fotografen, Tierbeobachter und Festivalbesucher haben jeweils andere Lieblingsmonate.
Grundsätzlich gilt: Schottisches Wetter ist wechselhaft, und Regen ist in jedem Monat möglich. Entscheidend sind deshalb weniger die Durchschnittstemperaturen als Tageslicht, Midges, Andrang und die Frage, welche Angebote saisonal geöffnet sind. Einen allgemeinen Überblick über Anreise, Einreise und Kosten finden Sie in der Reiseplanung.
Schottland Monat für Monat im Überblick
Die Werte für das Tageslicht beziehen sich auf Edinburgh und sind gerundete Monatsmittel. Im Norden und auf den Inseln sind die Sommertage noch länger und die Wintertage noch kürzer.
| Monat | Tageslicht (ca.) | Charakter | Gut für |
|---|---|---|---|
| Januar | 7 bis 8 Std. | kalt, stürmisch, Schnee in den Bergen | Winterlandschaften, Nordlichter, Burns Night |
| Februar | 9 bis 10 Std. | noch winterlich, Tage werden spürbar länger | ruhige Städtereisen, Schneefotos |
| März | rund 12 Std. | wechselhaft, erste milde Tage | Frühjahrsbeginn, wenig Andrang |
| April | rund 14 Std. | kühl, oft klar, Schneereste auf Gipfeln | Wandern im Tal, Lämmer, Ostern |
| Mai | rund 16 Std. | frisches Grün, häufig trockene Phasen | fast alles, besonders Wandern und Inseln |
| Juni | rund 17 Std. | längste Tage, erste Midges | Seevögel, Fotografie, Nordküste |
| Juli | rund 17 Std. | am wärmsten, viel Betrieb | Familienreisen, Highland Games |
| August | 14 bis 15 Std. | warm, voll, Heideblüte | Festivals in Edinburgh, Heide in Blüte |
| September | rund 12,5 Std. | ruhiger, oft stabiles Spätsommerwetter | Wandern, Rundreisen, Hirschbrunft |
| Oktober | rund 10 Std. | Herbstfarben, erste Stürme | Herbstfotografie, Hirsche |
| November | rund 8 Std. | nass und dunkel, sehr ruhig | günstige Städtereisen, Nordlichter |
| Dezember | rund 7 Std. | kürzeste Tage, festliche Städte | Weihnachtsmärkte, Hogmanay |
Frühling: März bis Mai
Der März ist ein Übergangsmonat. In den Highlands liegt oft noch Schnee auf den Gipfeln, im Tal zeigen sich die ersten Narzissen. Viele saisonale Attraktionen, Bootstouren und kleinere Cafés öffnen erst um Ostern. Wer jetzt reist, hat die Landschaften fast für sich, muss aber mit Lücken im Angebot rechnen.
Im April werden die Tage schnell länger. Auf den Weiden stehen Lämmer, und an klaren Tagen ist die Fernsicht oft hervorragend. Nachts kann es noch frieren, in den Bergen sind Schneefelder bis in den Frühsommer möglich.
Der Mai gilt vielen als der beste Monat überhaupt. Die Landschaft ist frisch grün, der Ginster blüht leuchtend gelb, die Tage dauern im Süden rund 16 Stunden, im Norden noch länger. Midges treten meist erst gegen Ende des Monats auf. An den Klippen kehren die Seevögel zurück, darunter die Papageitaucher. Ausnahme sind die Pfingst- und Brückentage, an denen auch Reisende aus Deutschland unterwegs sind.
Sommer: Juni bis August
Im Juni erreicht das Tageslicht seinen Höhepunkt. Im Norden wird es um die Sommersonnenwende nachts nicht mehr ganz dunkel, was für Fotografen lange blaue Stunden bedeutet. Gleichzeitig beginnt die Midge-Saison, vor allem an windstillen Abenden im Westen. Ab Ende Juni starten die schottischen Sommerferien.
Juli und August sind die wärmsten Monate. Tageshöchstwerte um die 18 bis 20 Grad sind typisch, Hitzetage sind die Ausnahme. Es ist aber auch die Zeit mit dem größten Andrang: Unterkünfte auf Skye, an der Nordküste und in Edinburgh sind teuer und früh ausgebucht, Parkplätze an bekannten Fotospots am Vormittag voll. Im August finden in Edinburgh mehrere große Festivals statt, darunter das Fringe, und im Hochland blüht die Heide und färbt ganze Hänge violett.
Die Midges sind im Hochsommer am aktivsten. Wie stark sie stören, hängt von Ort, Wind und Tageszeit ab. Alles Wichtige zu Auftreten und Schutz steht im Ratgeber Midges in Schottland.
Herbst: September bis November
Der September ist der Geheimtipp unter den Hauptreisemonaten. Nach dem Ende der Schulferien wird es spürbar ruhiger, die Tage sind noch ausreichend lang, und nicht selten bringt der Monat stabile Hochdruckphasen. Die Midges lassen mit den ersten kühlen Nächten nach. Gegen Monatsende beginnt die Brunft der Rothirsche, deren Röhren in den Glens weit zu hören ist.
Im Oktober färben sich Birken, Lärchen und Farn goldbraun. Für Landschaftsfotografen ist das eine der schönsten Zeiten. Dafür werden die Tage kürzer, Herbststürme werden häufiger, und einige saisonale Fähren, Bootstouren und Attraktionen schließen. Der November ist meist nass und dunkel. Er eignet sich für Städtereisen nach Edinburgh oder Glasgow und für alle, die Ruhe suchen und flexibel planen.
Winter: Dezember bis Februar
Im Winter sind die Tage sehr kurz. In Edinburgh geht die Sonne um die Wintersonnenwende erst gegen halb neun auf und kurz vor vier wieder unter, im Norden ist das Tageslicht noch knapper. Dafür steht die Sonne tief, das Licht ist weich, und schneebedeckte Gipfel über dunklen Lochs gehören zu den eindrucksvollsten Motiven des Landes. Die langen Nächte sind außerdem die beste Zeit für Nordlichter.
Der Dezember bringt Weihnachtsmärkte in den Städten und den Jahreswechsel Hogmanay, der in Edinburgh groß gefeiert wird. Im Januar erinnert die Burns Night am 25. Januar an den Dichter Robert Burns. Auf dem Land haben im Winter viele Unterkünfte, Cafés und Attraktionen geschlossen, Straßen über Pässe können durch Schnee und Eis gesperrt sein. Ob sich die Reise trotzdem lohnt, beleuchtet der Ratgeber Schottland im Winter.
Die beste Reisezeit nach Reiseart
Wandern
Für Wanderungen in den Highlands, auf Skye oder in Glencoe sind Mai, Juni und September ideal. Die Tage sind lang genug für große Touren, und der Boden ist nach trockeneren Phasen weniger matschig. Von November bis April herrschen auf höheren Gipfeln oft winterliche Bedingungen, die Erfahrung, Steigeisen und Pickel verlangen.
Fotografie
Fotografen schätzen das späte Frühjahr für das Grün und die langen Dämmerungen, den Herbst für Farben und Nebel und den Winter für tiefes Licht und Schnee. Im Hochsommer liegen Sonnenauf- und Sonnenuntergang zu sehr frühen und sehr späten Uhrzeiten, die Mittagssonne steht hoch. Mehr zu Licht und Motiven finden Sie unter Fotografieren in Schottland.
Tierbeobachtung
- Papageitaucher: etwa Mai bis Ende Juli an den Brutkolonien, etwa auf Staffa, Lunga oder an der Ostküste.
- Rothirsche: ganzjährig, die Brunft etwa ab Ende September bis in den Oktober.
- Robben: Seehunde bringen ihre Jungen im Frühsommer zur Welt, Kegelrobben im Herbst und Winter.
- Delfine: im Moray Firth vor allem im Sommerhalbjahr gut zu sehen.
Rundreise mit dem Auto
Für eine klassische Rundreise mit Highlands und Inseln sind Mai und September die ausgewogensten Monate. Wer im Juli oder August reist, sollte Unterkünfte, Mietwagen und Autoplätze auf Fähren mehrere Monate im Voraus buchen und an den bekannten Fotospots früh am Morgen sein.
Wetter: was Sie realistisch erwartet
Schottland hat ein ozeanisches Klima. Die Temperaturen schwanken über das Jahr weniger stark als in Deutschland: Die Sommer sind kühler, die Winter an den Küsten milder. Der Westen ist deutlich feuchter als der Osten, weil die Tiefdruckgebiete vom Atlantik zuerst auf die westlichen Berge treffen. Edinburgh, Fife und die Ostküste sind vergleichsweise trocken.
Typisch ist der schnelle Wechsel: Ein verregneter Morgen kann in einen klaren Nachmittag übergehen und umgekehrt. Planen Sie deshalb nicht jeden Tag fest durch, sondern halten Sie Wanderungen und Fotospots flexibel. Wind ist an den Küsten und auf den Inseln fast immer ein Thema und kann Fähren ausfallen lassen.
Checkliste: Reisezeit festlegen
- Was ist Ihnen wichtiger: lange Tage oder wenig Andrang?
- Reisen Sie in den Westen? Dann Midges von Ende Mai bis September einplanen.
- Sind Fähren, Bootstouren oder Dampfzug geplant? Saisonzeiten prüfen.
- Fällt die Reise in die schottischen Sommerferien oder den Edinburgher August? Früh buchen.
- Wollen Sie Nordlichter sehen? Dann eher Oktober bis März.
- Planen Sie Bergtouren im Winterhalbjahr? Nur mit Wintererfahrung und passender Ausrüstung.
Wer die Reisezeit festgelegt hat, kann mit der passenden Kleidung loslegen. Wetterfeste Jacke und ein warmer Pullover gehören in jeder Jahreszeit ins Gepäck, im Sommer zusätzlich ein Kopfnetz gegen Midges.
Fragen und Antworten
Welcher Monat ist der beste für Schottland?
Für die meisten Reisenden ist der Mai die beste Wahl: lange Tage, frisches Grün, oft vergleichsweise trockenes Wetter und noch kaum Midges. Der September ist eine gute Alternative mit Herbstfarben, Hirschbrunft und weniger Andrang nach den Sommerferien.
Wann regnet es in Schottland am wenigsten?
Eine wirklich trockene Jahreszeit gibt es nicht. Im langjährigen Mittel gehören das späte Frühjahr und der Frühsommer zu den trockeneren Abschnitten, Herbst und Winter sind vor allem im Westen nasser. Der Osten um Edinburgh, Fife und Aberdeenshire ist ganzjährig trockener als die Westküste.
Lohnt sich Schottland im Oktober?
Ja, wenn Sie mit kürzeren Tagen und wechselhaftem Wetter rechnen. Im Oktober färben sich Birken und Lärchen, die Hirschbrunft ist zu hören, und die Unterkünfte sind nach der Hauptsaison leichter zu bekommen. Einige saisonale Angebote wie Bootstouren schließen allerdings im Laufe des Monats.
Wann sind in Schottland Schulferien?
Die schottischen Sommerferien beginnen früher als in England, in der Regel Ende Juni oder Anfang Juli, und enden Mitte August. In dieser Zeit sind Unterkünfte, Fähren und beliebte Ziele besonders gefragt. Die genauen Termine legen die einzelnen Council-Bezirke fest.
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