Steilküste mit Grasoberkante über bewegtem Meer bei aufreißenden Wolken
Mull, Iona und Staffa

Fingal's Cave auf Staffa: Bootstouren und Papageitaucher

Basaltsäulen, eine tosende Meereshöhle und Papageitaucher auf der Grasnarbe: wie Sie nach Staffa kommen, was Sie auf der Insel erwartet und wann die Vögel da sind.

Von der Redaktion Schottland in Bildern · Stand 26. Oktober 2026

Fingal’s Cave ist eine hohe Meereshöhle auf der kleinen, unbewohnten Insel Staffa in den Inneren Hebriden. Ihre Wände bestehen aus regelmäßigen, meist sechseckigen Basaltsäulen, und bei ruhiger See können Sie über einen Säulenpfad bis tief in die Höhle hineingehen. Erreichbar ist Staffa nur mit dem Boot, im Frühsommer kommen Papageitaucher als zweiter Grund für die Überfahrt dazu. Wie sich der Besuch in eine Inselreise einfügt, steht auf der Seite Mull, Iona und Staffa.

Was die Insel so besonders macht

Staffa ist vulkanischen Ursprungs. Vor vielen Millionen Jahren, im Zeitalter des Paläogens, ergossen sich Lavaströme über die Region. Beim langsamen Abkühlen zog sich das Gestein zusammen und zerbrach in senkrechte Säulen, ähnlich wie Schlamm beim Austrocknen in Platten reißt. Dieselbe Entstehungsgeschichte haben die bekannten Säulen am Giant’s Causeway in Nordirland.

Die Höhle selbst hat das Meer über lange Zeit in diesen Säulenfels gearbeitet. Ihr Eingang ist hoch und schmal, der Boden besteht aus Wasser, an der Seite verläuft ein Sims aus abgebrochenen Säulenstümpfen. Wenn die Brandung hineinläuft, hallt es laut. Der gälische Name der Höhle wird oft mit „melodische Höhle“ übersetzt.

Name und Geschichte

Der Name Fingal geht auf einen Helden der irisch-schottischen Sagenwelt zurück, der durch die Ossian-Dichtungen von James Macpherson im 18. Jahrhundert in ganz Europa bekannt wurde. Einem breiteren Publikum wurde Staffa nach einem Besuch des Naturforschers Joseph Banks im Jahr 1772 bekannt. Der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy kam 1829 und verarbeitete seine Eindrücke in der Konzertouvertüre „Die Hebriden“. Auch der Maler William Turner hielt die Insel im Bild fest. Heute gehört Staffa dem National Trust for Scotland.

Bootstouren: Abfahrtsorte im Vergleich

Abfahrt Überfahrt Typische Kombination Gut für
Fionnphort (Mull) kurz Staffa allein oder mit Iona Reisende mit Auto auf Mull
Iona kurz Staffa, Rückkehr nach Iona Übernachtung auf Iona oder Tagesausflügler
Ulva Ferry (Mull) mittel Staffa und Lunga in den Treshnish Isles Papageitaucher und Seevögel
Oban lang Kombitour mit Mull und Iona Reisende ohne Auto
Tobermory lang Rundfahrten mit Tierbeobachtung Gäste im Norden von Mull

Die Touren fahren ungefähr von Frühjahr bis Herbst, in der Hauptsaison mehrmals täglich ab Fionnphort und Iona. Buchen Sie im Sommer vorab, die Boote sind klein. Wenn Sie Staffa als Teil eines Tagesausflugs ab Oban planen, hilft der Artikel Mull, Iona und Staffa: Tagesausflug ab Oban.

Ablauf der Landung

Das Boot legt an einem kleinen Anleger unweit der Höhle an, sofern der Seegang es erlaubt. Von dort führt eine Treppe nach oben auf die Grasfläche und ein Pfad an der Felswand entlang zur Höhle. Dieser Pfad verläuft über die Stümpfe der Basaltsäulen, die wie unregelmäßige Pflastersteine wirken. Ein Teil ist mit einem Geländer oder Halteseil gesichert, der Rest nicht.

Meist bleibt rund eine Stunde an Land. Das reicht, um in die Höhle zu gehen und danach oben die Papageitaucher zu besuchen, wenn Sie zügig sind. Achten Sie auf das vereinbarte Signal oder die Uhrzeit zur Rückkehr, die Boote warten nicht beliebig lange.

Sicherheit auf den Säulen

  • Rutschgefahr: Die Säulen sind nass, mit Algen bewachsen und uneben. Wanderschuhe oder Trekkingsandalen mit Profil sind Pflicht.
  • Brandung: Gehen Sie nicht über das gesicherte Ende hinaus, auch wenn andere es tun. Einzelne höhere Wellen laufen unerwartet weit hinein.
  • Hände frei: Kamera oder Telefon in eine Tasche, an den heiklen Stellen brauchen Sie beide Hände.
  • Kinder: An der Hand führen, auf dem Säulenpfad gibt es keine durchgehende Absicherung.
  • Klippenrand oben: Die Grasfläche endet ohne Zaun an steilen Klippen.

Papageitaucher auf Staffa

Papageitaucher brüten in Erdhöhlen in der Grasnarbe oberhalb der Klippen. Sie kommen im Frühjahr aus dem Nordatlantik zurück und bleiben, bis die Jungen flügge sind. Die besten Chancen bestehen ungefähr von Mai bis Ende Juli, im Juni und Juli sehen Sie häufig Altvögel mit kleinen Fischen im Schnabel. Ab August sind die meisten wieder auf See.

Auf Staffa sind die Vögel an Besucher gewöhnt. Wer sich ruhig an den Rand der Kolonie setzt, erlebt oft, dass sie bis auf wenige Meter herankommen. Bleiben Sie auf den Trampelpfaden, betreten Sie keine Bereiche mit Bruthöhlen und gehen Sie nicht direkt auf die Vögel zu. Ein größerer Bestand brütet auf der Nachbarinsel Lunga in den Treshnish Isles, die viele Touren ab Ulva Ferry ansteuern. Mehr zu den Vögeln und weiteren Kolonien in Schottland steht im Artikel Papageitaucher in Schottland beobachten.

Auf der Überfahrt sind außerdem Robben, Basstölpel und mit etwas Glück Delfine oder im Sommer Zwergwale zu sehen. Weitere Arten stellt die Seite Tierwelt Schottlands vor.

Fotografieren auf Staffa

  • Höhle: Ein Weitwinkel fängt Säulen, Eingang und Wasser zusammen ein. Innen ist es dunkel, erhöhen Sie die ISO statt die Belichtungszeit zu verlängern, ein Stativ ist auf dem engen Pfad unpraktisch.
  • Säulenwand von außen: Die beste Perspektive haben Sie vom Boot bei der Anfahrt, wenn es parallel zur Küste fährt.
  • Papageitaucher: Ein leichtes Tele ab etwa 200 Millimetern Kleinbild-Brennweite reicht, weil die Vögel nah kommen. Fotografieren Sie auf Augenhöhe, also im Sitzen.
  • Gischt: Ein Mikrofasertuch für die Frontlinse gehört in die Jackentasche. Mehr dazu im Artikel Kamera-Ausrüstung für Schottland.

Was Sie mitnehmen sollten

Auf Staffa gibt es keinerlei Einrichtungen. Packen Sie wasserdichte Kleidung und eine warme Schicht für das Boot ein, dazu Getränke, einen kleinen Snack und bei Bedarf ein Mittel gegen Seekrankheit. Abfälle nehmen Sie wieder mit. Ein Fernglas lohnt sich für die Überfahrt.

Für wen die Tour geeignet ist

Die Bootsfahrt selbst ist für fast alle machbar, die Landung verlangt dagegen etwas Trittsicherheit. Vom Boot steigen Sie über einen Anleger auf nasse Stufen, danach geht es eine Treppe hinauf und über unebene Säulenstümpfe zur Höhle. Für Familien mit Kindern im Schulalter ist das in der Regel gut zu schaffen, wenn die Kinder an der Hand bleiben. Kleinkinder in Tragen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität bleiben besser auf der Grasfläche oder an Bord.

Wer zu Seekrankheit neigt, wählt eine kurze Überfahrt ab Fionnphort oder Iona statt der langen Tour ab Oban oder Tobermory. Ein Platz an Deck mit Blick auf den Horizont hilft vielen mehr als die geschlossene Kabine.

Staffa vom Wasser aus

Auch wer nicht landen kann oder möchte, erlebt Staffa eindrucksvoll. Bei der Anfahrt fahren viele Boote langsam an der Südseite entlang, wo die Säulenwände am höchsten sind. Neben Fingal’s Cave gibt es kleinere Höhlen und Felsformationen, darunter die Boat Cave und die Clamshell Cave mit ihren gebogenen Säulen. Ein Fernglas zeigt Details, die von Land aus gar nicht sichtbar sind. Für Fotos ist die Fahrt parallel zur Küste der beste Moment, halten Sie die Kamera dafür schon vor der Ankunft bereit.

Beste Reisezeit

Wer Höhle und Papageitaucher verbinden möchte, fährt zwischen Mitte Mai und Mitte Juli. Im Juni sind die Tage am längsten und die Kolonie am aktivsten, gleichzeitig sind die Boote am vollsten. Im September ist es ruhiger, die Vögel sind dann aber fort, und die See wird unbeständiger. Unabhängig vom Monat gilt: Planen Sie einen Ersatztag ein, denn eine abgesagte Landung ist an der offenen Atlantikküste nichts Ungewöhnliches.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Kann man in die Fingal's Cave hineingehen?

Ja, bei ruhiger See. Vom Anleger führt ein Pfad über die Stümpfe der Basaltsäulen an der Felswand entlang bis in die Höhle. Ein Geländer oder Halteseil sichert einen Teil des Weges. Die Säulen sind nass und glatt, feste Schuhe sind Pflicht. Bei Wellengang ist der Weg gesperrt oder zu gefährlich.

Wie sicher sind Papageitaucher auf Staffa zu sehen?

In der Brutzeit, ungefähr von Mai bis Ende Juli, sind die Chancen gut, sofern das Boot landen kann. Die Vögel sitzen auf der Grasfläche oberhalb der Klippen und sind an Besucher gewöhnt. Ab August verlassen sie die Kolonie und sind auf See. Eine Garantie gibt es nicht.

Lohnt sich die Fahrt auch, wenn das Boot nicht anlegt?

Viele Boote fahren dann dicht an die Höhle heran, sodass Sie den Eingang und die Säulen vom Wasser aus sehen. Das ist eindrucksvoll, ersetzt aber nicht den Gang in die Höhle. Fragen Sie beim Buchen, wie der Anbieter mit Fahrten ohne Landung umgeht.

Welche Abfahrt ist die beste?

Die kürzeste Überfahrt haben Sie ab Fionnphort oder Iona. Ab Ulva Ferry verbinden viele Touren Staffa mit den Treshnish Isles und der Insel Lunga, auf der ebenfalls Papageitaucher brüten. Ab Oban ist die Tour am längsten, dafür brauchen Sie kein Auto auf Mull.

Kopfbild: Unsplash (Unsplash-Lizenz). Weitere Angaben unter Über dieses Portal.