Silhouette eines Fotografen mit Stativ vor orangefarbenem Abendhimmel
Isle of Skye

Old Man of Storr: Wanderung und beste Fotozeit

Die bekannteste Felsnadel Schottlands: wie lang der Weg dauert, wo Sie parken, welche Standorte die klassischen Fotos ergeben und wann das Licht am besten ist.

Von der Redaktion Schottland in Bildern · Stand 26. Oktober 2026

Der Weg zum Old Man of Storr ist kurz, aber steil: vom Parkplatz an der A855 etwa 2 Kilometer bergauf, insgesamt rund 300 Höhenmeter, hin und zurück in 1,5 bis 2 Stunden. Die beste Zeit ist der frühe Morgen. Dann fällt das Licht von Osten auf die Felsnadeln, der Parkplatz hat noch freie Plätze, und Sie haben den Ort weitgehend für sich.

Die Felsnadel steht auf der Halbinsel Trotternish, gut zehn Autominuten nördlich von Portree. Was die Insel sonst ausmacht und wie Sie anreisen, erklärt die Seite Isle of Skye.

Was ist der Old Man of Storr?

Der Old Man ist ein frei stehender Felsturm unterhalb der Abbruchkante des Storr, des höchsten Bergs von Trotternish. Er ist rund 50 Meter hoch und neigt sich leicht, daneben stehen weitere, kleinere Felsnadeln. Entstanden ist die Landschaft durch einen riesigen Erdrutsch: Mächtige Lavaschichten lagen auf weicherem Sedimentgestein, das unter der Last nachgab. Ganze Blöcke rutschten ab, kippten und wurden von Wind und Wetter zu den heutigen Formen abgetragen. Das Gelände unter der Kante wird The Sanctuary genannt.

Die Wanderung Schritt für Schritt

Abschnitt Charakter Zeit (ca.)
Parkplatz bis Waldrand breiter Schotterweg, gleichmäßig steil 15 bis 20 Min.
Offener Hang ausgebauter Pfad mit Stufen, freie Sicht auf die Lochs 15 bis 20 Min.
Unterhalb der Felsnadeln schmalere, steinige Pfade, teils matschig 10 bis 15 Min.
Rückweg auf demselben Weg 30 bis 45 Min.

Vom Parkplatz zum Hang

Der Weg beginnt gegenüber dem Parkplatz und führt durch ein früher bewaldetes Gelände, in dem die Fichten inzwischen größtenteils gefällt wurden. Der Pfad ist breit und befestigt, steigt aber von Anfang an deutlich an. Nach einem Tor öffnet sich der Blick zurück auf Loch Leathan und den Sound of Raasay.

Hinauf zum Old Man

Weiter oben wird der Weg schmaler und führt in Kehren über den offenen Hang. Die Felsnadel ist fast immer im Blick. Kurz vor dem Ziel teilen sich die Pfade: Geradeaus geht es direkt zum Fuß des Old Man, ein Pfad nach rechts führt um die Felsen herum auf eine Anhöhe nördlich davon. Von dort entsteht das bekannteste Foto, mit der Felsnadel im Vordergrund und den Lochs und der Insel Raasay im Hintergrund.

Weiter hinauf auf den Storr?

Hinter dem Old Man steigt das Gelände zur Abbruchkante des Storr an, dessen Gipfel gut 700 Meter hoch ist. Ein Aufstieg ist über die Nordseite möglich, aber deutlich länger, weglos und nur mit Navigationserfahrung und bei guter Sicht ratsam. Für die meisten Besucher ist die Anhöhe am Old Man der lohnende Endpunkt.

Die beste Fotozeit

Die Abbruchkante des Storr und die Felsnadeln blicken nach Osten zum Meer. Daraus ergibt sich die wichtigste Regel: Morgens kommt das Licht von vorn, nachmittags liegen die Felsen im Schatten.

Tageszeit Licht am Old Man Für wen geeignet
Sonnenaufgang warmes Gegen- oder Seitenlicht, Felsen als Silhouette oder angestrahlt Fotografen, wer Ruhe sucht
Vormittag gleichmäßig, Felsen gut beleuchtet Wanderer, Familien
Nachmittag Felsen im eigenen Schatten, Himmel heller als Motiv wenig geeignet für Fotos
Abend weiches Licht auf Raasay und dem Meer, Felsen dunkel Stimmungsbilder Richtung Osten

Im Sommer geht die Sonne im Nordosten auf und streift die Felsen von der Seite. Im Winter steigt sie im Südosten über den Horizont, dafür liegt der Sonnenaufgang zu einer bequemeren Uhrzeit. Auch ohne Sonne lohnt der frühe Morgen: Bei aufreißenden Wolken und Nebelschwaden über den Lochs entstehen oft die stimmungsvollsten Bilder. Wie Sie mit solchen Bedingungen umgehen, beschreibt der Ratgeber Landschaftsfotografie bei wechselhaftem Wetter.

Fotostandorte im Überblick

  • Anhöhe nördlich der Felsnadel: der klassische Blick nach Süden über den Old Man auf Loch Leathan und Raasay. Ein Weitwinkel bis leichtes Tele funktioniert hier gut.
  • Fuß des Old Man: steil nach oben fotografiert wirkt die Felsnadel besonders mächtig. Achten Sie auf Menschen im Bild, die als Größenvergleich dienen können.
  • Hang auf halber Höhe: Blick zurück auf die Lochs mit dem Weg als Linie im Vordergrund.
  • Ufer des Loch Leathan an der Straße: der Storr von unten, bei Windstille mit Spiegelung. Ein guter Plan B, wenn die Zeit für den Aufstieg nicht reicht.

Ausrüstung für den frühen Start

Für einen Aufstieg zum Sonnenaufgang brauchen Sie eine Stirnlampe, warme Kleidung und eine winddichte Jacke, denn oben ist es fast immer windiger als am Parkplatz. Ein leichtes Stativ ist für die Dämmerung hilfreich, muss aber bei Wind gut beschwert werden. Bei Regen schützt eine einfache Regenhülle die Kamera. Allgemeine Tipps zu Licht, Motiven und Ausrüstung bündelt die Seite Fotografieren in Schottland.

Parken und Anreise

Der Parkplatz liegt direkt an der A855 zwischen Portree und Staffin. Er ist gebührenpflichtig und hat Toiletten. Parken am Straßenrand oder in den Ausweichbuchten ist verboten und an dieser schmalen Straße auch gefährlich. In der Hauptsaison ist der Platz ab dem späten Vormittag häufig belegt, dann bleibt nur, später wiederzukommen.

Ohne Auto erreichen Sie den Storr mit dem Linienbus, der Portree mit den Orten der Trotternish-Runde verbindet. Die Fahrten sind nicht sehr häufig, prüfen Sie die Zeiten vorab. Für einen Sonnenaufgang kommen Sie ohne eigenes Fahrzeug praktisch nicht rechtzeitig hin.

Sicherheit und Rücksicht

  • Wege nicht verlassen: Das Gelände ist erosionsgefährdet. Abkürzungen durch das Gras hinterlassen schnell tiefe Rinnen.
  • Nicht an die Kante: Die Abbruchkante des Storr oberhalb der Felsnadeln ist instabil und steil. Klettern an den Felsen ist nur etwas für erfahrene Kletterer.
  • Wind ernst nehmen: Bei Sturm kann es oben schwierig werden, sich sicher auf den Beinen zu halten. Brechen Sie in diesem Fall rechtzeitig ab.
  • Wetter beobachten: Wolken ziehen an der Kante schnell auf. Bei Nebel bleibt der Hauptweg gut zu finden, die Nebenpfade weniger.
  • Midges: An windstillen Sommermorgen können sie am Parkplatz und auf dem Weg lästig sein. Ein Kopfnetz im Rucksack hilft.

Der Storr im Lauf des Jahres

Jahreszeit Was Sie erwartet
Frühling frisches Grün, oft klare Luft, morgens noch kalt und auf dem Weg teils matschig
Sommer sehr früher Sonnenaufgang, längste Tage, voller Parkplatz ab dem Vormittag, Midges an windstillen Tagen
Herbst goldbraune Hänge, häufiger Wind und Regen, Sonnenaufgang zu angenehmer Uhrzeit
Winter kurze Tage, tiefes Licht, gelegentlich Schnee auf der Kante, Eis auf dem Weg möglich

Im Winter ist der Weg nach Frost stellenweise vereist. Leichte Grödel oder Spikes für die Schuhe geben dann deutlich mehr Halt. Planen Sie wegen der kurzen Tage genug Zeit ein, um vor der Dämmerung wieder am Parkplatz zu sein, falls Sie nicht gezielt zum Sonnenaufgang aufsteigen.

So kombinieren Sie den Storr mit Trotternish

Der Old Man of Storr ist der erste große Halt auf der Rundstraße um Trotternish. Ein sinnvoller Tag sieht so aus: Sonnenaufgang am Storr, Frühstück in Portree oder unterwegs, dann weiter nach Norden zu den Aussichtspunkten am Kilt Rock und den Mealt Falls und am späten Vormittag oder Nachmittag die Runde am Quiraing. Wie diese Wanderung verläuft und wo Sie dort parken, steht im Ratgeber The Quiraing wandern. Wer am Abend noch Kraft hat, umrundet die Halbinsel über Uig und den Fairy Glen zurück nach Portree.

Planen Sie für den Storr selbst mit Fotopausen zwei bis drei Stunden ein. Wer in Portree übernachtet, kann den Besuch problemlos auf den Morgen mit dem besten Wetter legen.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Wie schwer ist die Wanderung zum Old Man of Storr?

Der Weg ist für normal trittsichere Wanderer ohne Bergerfahrung machbar. Er steigt aber fast durchgehend an und ist im oberen Teil steinig und bei Nässe rutschig. Mit festen Schuhen, Regenjacke und etwas Kondition ist er gut zu schaffen. Kinder im Schulalter kommen meist ohne Probleme hinauf.

Wann geht auf Skye die Sonne auf?

Um die Sommersonnenwende sehr früh, etwa gegen halb fünf Uhr Ortszeit, im Dezember erst gegen neun Uhr. Prüfen Sie die genaue Zeit für Ihr Reisedatum mit einer Wetter- oder Foto-App und rechnen Sie für den Aufstieg im Dunkeln mindestens 45 Minuten plus Puffer ein.

Kann man am Old Man of Storr frei parken?

Nein. Der Parkplatz an der Straße ist gebührenpflichtig, und am Straßenrand oder in den Ausweichbuchten der A855 zu parken ist nicht erlaubt und behindert den Verkehr. Wer früh kommt, findet in der Regel problemlos einen Platz. In der Hauptsaison ist der Parkplatz ab dem späten Vormittag oft voll.

Lohnt sich der Old Man of Storr bei Nebel?

Bei dichtem Nebel sehen Sie oben oft nur wenige Meter weit, die Felsnadeln tauchen dann nur schemenhaft auf. Bei aufreißender Bewölkung kann gerade das stimmungsvoll sein. Liegen die Wolken fest auf der Kante, verschieben Sie den Besuch lieber auf einen anderen Tag oder einen späteren Zeitpunkt.

Kopfbild: Lindo-Bildbibliothek. Weitere Angaben unter Über dieses Portal.