Kleine bewaldete Insel in einem Loch vor sattgrünen Hügeln
Highlands

Cairngorms-Nationalpark: Wandern und Wildlife

Kiefernwälder, Seen, ein arktisches Hochplateau und Tiere, die es sonst kaum in Großbritannien gibt: die besten Wanderungen und Beobachtungsorte im Cairngorms-Nationalpark.

Von der Redaktion Schottland in Bildern · Stand 26. Oktober 2026

Der Cairngorms-Nationalpark ist der beste Ort in Schottland, um Wandern und Tierbeobachtung zu verbinden. In den Tälern um Aviemore führen leichte Wege durch alte Kiefernwälder und an Seen entlang, auf denen Sie mit etwas Glück Rote Eichhörnchen, Fischadler und Kreuzschnäbel sehen. Darüber liegt ein Hochplateau mit fast arktischem Klima, auf dem Rentiere, Schneehasen und Alpenschneehühner leben. Einen Überblick über Inverness, Loch Ness und die übrigen zentralen Highlands gibt die Seite Highlands.

Der Park im Überblick

Der Nationalpark wurde 2003 gegründet und ist der größte in Großbritannien. Er umfasst das Bergmassiv der Cairngorms mit mehreren Gipfeln über 1.200 Metern, die Täler von Spey und Dee sowie weite Wald- und Moorgebiete. Ben Macdui ist mit 1.309 Metern der zweithöchste Berg der Britischen Inseln.

Die meisten Besucher kommen über die A9 von Perth oder Inverness. Im Westen des Parks liegen Aviemore, Kingussie und Grantown-on-Spey, im Osten Braemar und Ballater im Tal des Dee. Aviemore hat einen Bahnhof an der Strecke Edinburgh/Glasgow nach Inverness und ist der praktischste Ausgangsort für die Wanderungen in diesem Artikel.

Leichte Wanderungen in den Tälern

Tour Start Länge (ca.) Dauer (ca.) Charakter
Loch an Eilein Parkplatz Loch an Eilein bei Inverdruie 5 km 1,5 Std. flach, Rundweg, Burginsel
An Lochan Uaine Glenmore 4 bis 5 km hin und zurück 1,5 Std. Waldweg zum grünen See
Rothiemurchus-Wald Coylumbridge oder Loch an Eilein variabel 1 bis 3 Std. alter Kiefernwald, viele Wege
Loch Morlich Glenmore rund 5 km 1,5 Std. Seeufer mit Sandstrand
Craigellachie Aviemore kurze Runde 1 Std. Birkenwald mit Blick über das Spey-Tal

Die Längen und Zeiten sind Richtwerte. Prüfen Sie die Route vor Ort an den Informationstafeln oder in einer aktuellen Wanderkarte.

Loch an Eilein

Der Rundweg um Loch an Eilein ist eine der beliebtesten kurzen Touren im Park. Er führt durch alten Kiefernwald am Ufer entlang und an einer kleinen Insel mit Burgruine vorbei. Morgens liegt oft Nebel auf dem Wasser, was die Insel zu einem stimmungsvollen Fotomotiv macht. Der Weg ist breit und kaum steil, also auch für Familien geeignet.

An Lochan Uaine

Von Glenmore führt ein Waldweg in Richtung Ryvoan-Pass zu An Lochan Uaine, dem Grünen See. Sein Wasser schimmert je nach Licht grün bis türkis. Wer weiter möchte, geht über den Pass bis zur einfachen Schutzhütte Ryvoan Bothy und kehrt auf demselben Weg zurück.

Rothiemurchus

Der Wald von Rothiemurchus gehört zu den größten verbliebenen Resten des ursprünglichen Kiefernwalds, der einst große Teile der Highlands bedeckte. Zwischen den alten Bäumen wachsen Heidekraut und Wacholder. Ein dichtes Wegenetz erlaubt kurze und längere Runden, oft in Verbindung mit Loch an Eilein.

Anspruchsvolle Touren und Berge

Meall a’ Bhuachaille

Der Hügel Meall a’ Bhuachaille über Glenmore ist ein guter Einstieg in die Berge. Der Aufstieg führt über den Ryvoan-Pass und einen steileren Pfad zum Gipfel mit weitem Blick über Loch Morlich, die Wälder und das Cairngorm-Massiv. Rechnen Sie mit einem halben Tag.

Cairn Gorm und das Hochplateau

Vom Parkplatz der Skistation am Cairn Gorm führen Wege auf das Hochplateau. Dort oben ist das Gelände weit, steinig und offen, und das Wetter kann sich innerhalb kurzer Zeit dramatisch verschlechtern. Starker Wind, Nebel und Schnee sind auch im Sommer möglich. Die Tour zum Ben Macdui ist lang und verlangt sichere Navigation mit Karte und Kompass.

Für diese Touren gilt:

  • Bergwettervorhersage prüfen, etwa beim Mountain Weather Information Service
  • Karte, Kompass und die Fähigkeit, sie zu nutzen
  • warme Kleidung, Mütze und Handschuhe, auch im Hochsommer
  • früh losgehen und eine Umkehrzeit festlegen
  • im Winter nur mit Wintererfahrung, Steigeisen und Pickel

Eine Standseilbahn führt vom Parkplatz der Skistation hinauf zu einer Bergstation. Der Zugang von dort auf das Plateau ist nach den Regeln des Betreibers eingeschränkt, um die empfindliche Hochlage zu schützen. Prüfen Sie Betriebszeiten und Bedingungen vorher.

Lairig Ghru

Der Lairig Ghru ist ein klassischer Pass, der das Spey-Tal mit dem Dee-Tal verbindet. Die Durchquerung von Aviemore nach Braemar ist eine lange Tageswanderung über unwegsames Gelände und sollte gut geplant werden, einschließlich der Rückfahrt.

Tiere im Cairngorms-Nationalpark

Der Park ist eines der wichtigsten Rückzugsgebiete für Arten, die in Großbritannien sonst selten sind.

Tier Wo Wann
Rote Eichhörnchen Kiefernwälder um Aviemore, Rothiemurchus, Abernethy ganzjährig
Rentiere Hänge des Cairn Gorm, Führungen ab Glenmore ganzjährig
Fischadler Seen und Flüsse im Spey-Tal etwa April bis August
Auerhuhn alte Kiefernwälder sehr selten, nicht stören
Haubenmeise Kiefernwälder ganzjährig
Schottischer Kreuzschnabel Kiefernwälder ganzjährig
Schneehase Hänge und Hochlagen ganzjährig, im Winter weiß
Alpenschneehuhn Hochplateau ganzjährig
Rothirsch Täler und Hänge ganzjährig, Brunft im Herbst

Rentiere

An den Hängen des Cairn Gorm lebt die einzige frei weidende Rentierherde Großbritanniens. Sie wurde in den 1950er Jahren mit Tieren aus Skandinavien angesiedelt und wird seitdem von einem Rentierzentrum in Glenmore betreut. Wer die Herde sehen möchte, nimmt am besten an einer geführten Tour teil.

Vögel der Kiefernwälder

In den alten Wäldern leben Haubenmeise und Schottischer Kreuzschnabel, der als einzige Vogelart nur in Großbritannien vorkommt. Im Sommer jagen Fischadler an den Seen und Flüssen. Das RSPB-Schutzgebiet Abernethy am Loch Garten ist für seine Fischadler bekannt. Das Auerhuhn ist in Großbritannien stark gefährdet und reagiert empfindlich auf Störungen. Bleiben Sie in den Wäldern auf den Wegen und halten Sie Hunde an der Leine, besonders im Frühjahr.

Säugetiere

Neben den Rentieren und Rothirschen leben im Park Rote Eichhörnchen, Schneehasen, Baummarder und Otter. Die Schottische Wildkatze ist sehr selten. Im Park läuft ein Projekt zur Wiederansiedlung, eine Begegnung ist dennoch extrem unwahrscheinlich.

Mehr Tipps zu Ferngläsern, Beobachtungszeiten und anderen Regionen finden Sie im Ratgeber Tierbeobachtung in Schottland.

Rücksicht in der Natur

Der Scottish Outdoor Access Code erlaubt Ihnen, sich fast überall frei zu bewegen, verlangt aber Rücksicht. Im Nationalpark heißt das: auf Wegen bleiben, wo Vögel brüten, keine Tiere füttern, Hunde während der Brut- und Setzzeit an der Leine führen und keinen Müll zurücklassen. Rote Eichhörnchen an Futterstellen von Unterkünften zu beobachten ist in Ordnung, wilde Tiere anzulocken dagegen nicht.

Beste Reisezeit

  • Mai und Juni: frisches Grün, lange Tage, Fischadler, Vogelgesang in den Wäldern.
  • Juli und August: warm, aber voller, Midges an windstillen Abenden.
  • September und Oktober: Herbstfarben, Hirschbrunft, ruhiger.
  • Winter: Schnee, Wintersport am Cairn Gorm, kurze Tage, Bergtouren nur mit Wintererfahrung.

Cairngorms und Inverness kombinieren

Aviemore liegt rund eine Autostunde südlich von Inverness. Viele Reisende verbinden den Park deshalb mit einem Aufenthalt in Inverness und am Loch Ness. Wie Sie diesen Teil der Highlands entspannt erkunden, zeigt der Ratgeber Inverness und Loch Ness ohne Touristenfalle. Im Osten des Parks schließt das Tal des Dee mit Braemar und Ballater an, im Norden das Whiskygebiet Speyside.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Welche Wanderung in den Cairngorms ist für Einsteiger geeignet?

Die Runde um Loch an Eilein ist flach, gut beschildert und in rund eineinhalb Stunden zu schaffen. Ebenfalls leicht ist der Weg von Glenmore durch den Wald zum Grünen See An Lochan Uaine. Beide Touren führen durch alte Kiefernwälder und bieten gute Chancen auf Rote Eichhörnchen und Waldvögel.

Kann man in den Cairngorms Rentiere sehen?

Ja. An den Hängen des Cairn Gorm lebt eine frei weidende Rentierherde, die in den 1950er Jahren angesiedelt wurde. Die Tiere werden von einem Rentierzentrum bei Glenmore betreut, das geführte Besuche zur Herde anbietet. Ohne Führung sind die Rentiere im weiten Gelände schwer zu finden.

Ist das Cairngorm-Plateau gefährlich?

Für unerfahrene Wanderer kann es das sein. Das Plateau liegt über 1.000 Metern, das Wetter schlägt schnell um, Nebel, Sturm und Schnee sind auch im Sommer möglich, und markierte Wege fehlen oft. Gehen Sie nur mit Karte, Kompass, warmer Kleidung und Erfahrung los und prüfen Sie vorher die Bergwettervorhersage.

Wann ist die beste Zeit für Tierbeobachtung in den Cairngorms?

Für Fischadler und Vögel im Wald sind Mai bis August am besten. Rote Eichhörnchen sind ganzjährig aktiv, im Herbst beim Sammeln besonders gut zu sehen. Schneehasen und Alpenschneehühner fallen im Winter im weißen Fell auf, wenn kein Schnee liegt. Die Hirschbrunft fällt in den Herbst.

Kopfbild: Unsplash (Unsplash-Lizenz). Weitere Angaben unter Über dieses Portal.